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Florence zügelt die Maschine

Archivartikel

Indie-Pop: „High As Hope“ kann auch leiser

Theatralisch, pathosbeladen und optisch oft wie gerade aus einem präraffaelitischen Gemälde entstiegen – Florence Welch scheidet die Geister im Kosmos des Indie-Pop.

Dass sie auf ihren jüngsten Alben zudem ihre – wohlgemerkt überragende – Stimme eher wie einen Vorschlaghammer und weniger wie einen feinen Federkiel benutzt hatte, machte zuletzt sogar den eingefleischten Fans Sorgen. Doch mit „High As Hope“ geht die Britin nebst ihrer „Machine“ nun zwei bis drei Schritte zurück und macht damit einen großen Satz nach vorn. Die erstmals selbst mitproduzierten Arrangements klingen feiner und nicht so dick aufgetragen wie zu erwarten. Ein einfaches Harfen-Bett mit Welchs dezentem Gesang („Sky Full Of Song“) ist das beste Beispiel dafür, dass weniger manchmal mehr sein kann. Der Opener „June“ fließt mit seinen anfangs sanften Klaviertönen ebenfalls in dieser Spur. Ordentlich nach vorne geht dagegen die erste Single „Hunger“.

„Ich muss mich nicht mehr verstecken“, sagte die 31-jährige Londonerin unlängst in einem Interview und hat auch in ihren meist rückschauenden Texten den Mut zum Seelen-Strip. Gäste wie Kamasi Washington, Jamie XX und Sampha sowie der letzte Schliff von Emile Haynie (The Roots, Lana Del Rey) tragen ebenfalls dazu bei, dass sich Florence And The Machine wieder der Form ihres umjubelten Debüts „Lungs“ annähert. (Universal) 

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ ★ (Megamäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)