Neue Alben

Großartiges vom Großartigen

Pop: David Bowies „Welcome To The Blackout“

Gleich vorweg: Ja, das Doppelalbum „Welcome To The Blackout (live London ’78)“ ist ein großartiges Tondokument einer großartigen Phase eines großartigen Popkünstlers, das von einem großartigen Produzenten aufgenommen wurde! Noch mehr Superlative? Vielleicht ein paar Namen? David Bowie, Adrian Belew (Gitarre), Carlos Alomar (Gitarre), George Murray (Bass), Dennis Davis (Drums), Roger Powell (Keyboards) Sean Mayes (Piano), Simon House (Violine) und Tony Visconti (Produzent). Den Machern ist es gelungen, die richtige Mixtur aus Postproduktionsperfektion und krachendem Liveerlebnis zu kreieren.

Klar, es geht hier um das Londoner Konzert von 1978, bei dem Bowie seine bis dato größten Songs spielte, vom melodischen, U2 vorwegnehmenden „Heroes“ über das rock ’n’ rollende „The Jean Genie“, das wild kreischende „Blackout“, das mysteriöse „Sense Of Doubt“ bis hin zu Klassikern wie dem lässigen „Ziggy Stardust“ oder dem cool rockenden „Suffragate City“. Und Kurt Weills „Alabama Song“ verpasst Bowie einen fragilen Charme zwischen Westernsaloon und Londoner Untergrund-Sex.

Der Spaß, die Spontaneität der Bowie-Band von damals sind so deutlich zu hören wie die überragende Qualität der Musiker oder die anarchische Freiheit der Kunst an sich, die in diesem Konzert immer wieder mit Überraschungen aufwartet, etwa im elfminütigen experimentellen „Station To Station“ als rauschende Noise-Ballade. Wie gesagt: großartig. (Parlophone)

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ ★ ★ (Musikmythos) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)