Neue Alben

„Mosaik“ bricht Klischees etwas auf

Archivartikel

Schlager: Andrea Bergs 16. Studioalbum

Wie heißt es im guten alten Schlager doch so schön? „Wunder gibt es immer wieder!“ So auch bei Andrea Berg. Was sich auf „Seelenbeben“ 2016 angebahnt hat, baut die gebürtige Krefelderin auf ihrem 16. Studioalbum aus: Die 53-Jährige bricht ein Stück weit die inhaltliche, musikalische und vor allem rhythmische Eintönigkeit des „Neuen Schlagers“ auf, den sie seit den 90er Jahren wesentlich geprägt hat.

Klar, da erklingt immer noch viel Trivialtechno und unbarmherziger Viervierteltakt (weswegen so eine Platte auf einer Pop-CD-Seite massiv Punktabzug bekommen muss, da Groove hier ein Hauptkriterium ist). Aber wie der Titel „Mosaik“ schon andeutet, finden Schlagerfans hier nicht nur Schema-F-Foxtrott-Vorlagen, sondern auch ein paar Ohrwürmer unterschiedlicher Strickart – so im kämpferischen Uptempo-Titelsong gleich zu Beginn und beim halbwegs originell betexteten „Hallo Houston“.

Mannheimer an Bord

Zu der in Maßen gestiegenen Vielfalt tragen neben Bergs altgedienten Produzenten und Schreibern wie DJ Bobo oder Dieter Bohlen auch einige Mannheimer bei: Xavier Naidoo zu zwei Liedern, darunter das pompöse Duett „Ich bin wegen dir hier“ – mitkonzipiert von Popakademiker Jules Kalmbacher. „Sing meinen Song“-Bandleader Matthias Grosch hilft dabei, die Schlussnummer „Das Wunder des Lebens“ in Popsongnähe zu rücken. Bei den Balladen orientiert sich die Frontfrau sogar ansatzweise Richtung Chansongesang. Das verdient Anerkennung, auch weil es riskant ist. Trotzdem ist auch „Mosaik“ noch zu sehr mit Schlagerklischees gefüllt, um außerhalb der Urzielgruppe zu gefallen. (Bergrecords) jpk