Neue Alben

Nahe an der Vollkatastrophe

Rock: Thirty Seconds To Mars’ „America“

Zum Thema „America“ gäbe es momentan so einiges zu sagen. Die antiliberalen Tendenzen unter dem neuen US-Präsidenten etwa, oder der gefährliche Waffenwahn in Teilen der US- Bevölkerung, der auch von unzähligen Amokläufen offenbar nicht gestoppt werden kann. Doch wenn 30 Seconds To Mars sich ihrem Heimatland widmen – „America“ heißt das fünfte Stadioalbum der Band um den singenden Oscar-Preisträger Jared Leto – kommt erwartungsgemäß ziemlich viel Belangloses dabei heraus.

Weg mit den Gitarren, her mit den Synthesizern und Drum Machines. – dieser Weg ist schon anderen Rock-Bands auf der Suche nach Erneuerung überhaupt nicht gut bekommen. Bei Leto & Co. endet es fast in der musikalischen Vollkatastrophe. Die Vorab-Single „Walk On The Water“ ist schlicht unerträglicher Pop und wird von der ganz und gar fürchterlichen Schnulze „Great Wide Open“ noch negativ übertroffen – Enrique Iglesias lässt unschön grüßen. Das als Lagerfeuernummer angedachte „Remedy“ versinkt im Sumpf des Schmalzes.

Kommerzielles Kalkül

Dahinter steckt natürlich kommerzielles Kalkül. „Über allem steht der große Betrug, den der Schauspieler Leto auch anderswo zu Kunst macht: Das Gefühl ist bei 30 Seconds To Mars nicht echt, es dient als Werkstoff für Vermarktbares“, schrieb das Musikportal Plattentests.de 2009 über das 30-Seconds-To-Mars Album „This Is War“. Dieser Befund ist bis heute gültig. (Virgin/EMI/Universal)x ale

Unsere Note: 1 Stern von 6 Sternen (Mama Mia) 

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)