Neue Alben

Pop: Rod Stewarts 30. Album „Blood Red Roses“

Roddy rockt wieder – leider zu selten

36 Jahre lang war Rod Stewart in seiner britischen Heimat kein Nummer-1-Album mehr gelungen. Bis er 2013 endlich aufhörte, am Fließband schnulzige Coversongs aufzunehmen, und seine Schreibblockade überwand. Die ersten neuen Songs des Schotten nach 20 Jahren auf „Time“ klangen erfreulich frisch und schlugen kommerziell ein. Da lässt es sich verschmerzen, dass der Nachfolger „Another Country“ (2015) deutlich abfiel.

Denn: „Blood Red Roses“ präsentiert den 73-jährigen mit der sanft gewordenen Reibeisenstimme wieder als charmanten, offenherzigen Geschichtenerzähler. Dem es auch gut genug für alte Macho-Sprüche geht, etwa im selbstironischen „I Don’t Want To Get Married“. Wenn er die Ballade „Hole In My Heart“ all den Jungs widmet, die nach dem Abschied von ihrer Herzdame die Küche nicht in den Griff kriegen, mag das nicht in die Zeit passen. Aber dem alten Schlachtross „Rod The Mod“ kann man das zugestehen.

Denn der überzeugt mit sehr persönlichen Liedern wie der Abschiedsnummer „Farewell“ und vor allem „Didn’t I“, das den Kampf gegen die Drogensucht eigener Kinder behandelt. Aber auch druckvolle Nummern wie der Disco-Funk „Give Me Love“ und vor allem „Rollin’ & Tumblin’“ überzeugen. Wobei die kernige Version dieses Blues-Klassikers und „Vegas Shuffle“, die Frage aufwerfen, warum der Großteil des restlichen Albums rhythmisch ätzend aaglatt und angeschlagert klingen muss, wenn Roddy immer noch annähernd so rocken kann wie einst bei den Faces. (Decca)

Unsere Note: ★ ★ ★ (Mittelmäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)