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Satter Sound auch auf weißem Vinyl

Archivartikel

Vinyl-Kritik: Rateliffs „Tearing At The Seams“

Nathaniel Rateliff & The Night Sweats kann man auf dem Schirm haben, seit der musikversierte US-Showmaster Jimmy Fallon dieses Soulrock-Kraftwerk in seiner „Tonight Show“ auch in deutsche Wohnzimmer gebracht hat. Das dritte Album des 38-Jährigen in dieser Formation, „Tearing At The Seams“, hält, was der Titel verspricht, es reißt an den Nähten.

Das ist stilistisch zu verstehen. Denn den spartanischen Songwriter-Appeal der Anfangstage lässt der Sänger aus Denver völlig außen vor. Stattdessen rüstet er den Sound seiner Band mit Bläsern auf und bietet so eine satt tönende Mixtur aus betörendem Soul und Rhythm ’n’ Blues in Van Morrison- oder Booker-T-Tradition, gemächlich brodelndem Funk und Rock.

Das klingt selbst in der limitierten Version der üppig ausgestatteten Doppel-LP auf störanfälligem weißen Vinyl oft wunderbar. Auch wenn nicht jede der zwölf Nummern wahnsinnig originell daherkommt. Dafür aber zeitlos! (Stax/Caroline) jpk

Unsere Note: 4 Sterne von 6 Sternen (Muntermacher)

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)