Neue Alben

Schlusspunkt ins Blaue

Pop: Paul Simon rundet sein Werk gelungen ab

Paul Simon hätte es sich zum Start seiner Ende des Monats beginnenden Abschiedstournee einfach machen und noch einmal eine neu eingespielte Greatest-Hits-Platte auf den Markt werfen können. Doch dem mittlerweile 76-Jährigen ging es schon immer um mehr als schnöde Popularität. Deshalb nimmt sich der Singer-Songwriter-Veteran auf „In The Blue Night“ zehn alter Songs an, die es eben nicht zu großem Ruhm geschafft haben, sondern die schon bei der Erstveröffentlichung eher unter den Radar flogen und bei denen er noch Verbesserungspotenzial sah.

Finales Abrunden

Es ist also eher der Anspruch an sich selbst, den eigenen Kanon abschließend abzurunden – aber davon hat auch die Fan-Gemeinde etwas: Größen wie Jazz-Trompeter Wynton Marsalis machen etwa „Pigs, Sheep And Wolves“ noch jazziger als bisher, „René And Georgette Magritte With Their Dog After The War“ entfesselt ein Bass-Erdbeben, und das Kammer-Ensemble yMusic verfeinert auf vortreffliche Weise „Can’t Run But“ vom „The Rhythm Of The-Saints“-Album (1990). Allgemein sind die Songs aber fast etwas spärlicher arrangiert, was wiederum Raum für die lyrischen Bilder Simons lässt. Schließlich sind die Themen der Pop-Ikone noch immer – oder gerade jetzt aktuell. Musikalisch dürfte „In The Blue Light“ aber wohl der perfekte Schlusspunkt von Simons Diskographie sein. (Sony) 

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ ★ (Megamäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)