Neue Alben

The Intersphere in neuen Sphären

Vinyl-Kritik: „The Grand Delusion“ mit fantastisch ausgestatteter limitierter Ausgabe

Die Mannheimer Alternative-Rocker The Intersphere haben ihren Bandnamen insofern gut gewählt, als dass er viel Raum für Interpretationen und Assoziationen lässt. Das passt perfekt, weil sich das virtuose Quartett musikalisch oft in Zwischenräumen zwischen den Stilen austobt und die Sphären nie kategorisch voneinander trennt. So konnten sie zum Beispiel schon immer nach „altem“ Progressive Rock und gleichzeitig wie eine moderne, explosive Nu-Metal-Band klingen.

Auf ihrem fünften Album „The Grand Delusion“ loten sie wiederum Neuland aus – einen bisher nicht gekannten Härtegrad im Titelsong, Bläser, Streicher, Toto-Sounds und verspielte Chöre in der hochspannenden, Muse-artigen Spielwiese „Man On The Moon“. Neu und vor allem gekonnt wohltemperiert sind auch die politischen Töne, die Sänger und Texter Christoph Hessler der wirren Welt entgegensetzt.

Faszinierend ist dabei vor allem, wie The Intersphere den Spagat hinbekommen, die kühle Perfektion einer Hochglanzproduktion mit ihrer wuchtigen Live-Energie auf einen Nenner zu bringen. Ein Kunststück, das wohl nur dann so locker gelingt, wenn die Instrumentalisten wie Schlagzeuger Moritz Müller, Gitarrist Thomas Zipner der neue Bassist Daniel Weber nah an der Weltklasse agieren. Und dazu noch originell.

Das klingt auf Doppel-Vinyl in den Details noch eine Spur differenzierter, auch auf der orange-marmorierten Sonderedition. Die kunstvoll aufgemachte Ausgabe enthält CD und Download-Code zum Vergleich, dazu ein paar Fan-Gimmicks. (SPV) jpk

Unsere Note: ★ ★ ★ ★ ★

 

(Megamäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)