Neue Alben

Verschnitt ohne Überraschungen

Pop: Alexa Fesers „A!“ bietet nur Meterware

Was für ein Jammer! Als Alexa Feser aus Wiesbaden mit „Gold von morgen“ die Musikbühne Deutschlands betrat, war da eine große Hoffnung. Ihre stilistische Gratwanderung zwischen dem Soul Xavier Naidoos, dem Pop Herbert Grönemeyers und Texten, die immerhin deutlich über das gefühlsduselige Mittelmaß deutscher Liebes- und Alltagslyrik hinausgehen, war durchaus gelungen. Sie lavierte sich mit Intimität, Gespür und klavierbasiertem Songwriting an den Vorurteilen gegenüber allzu seichter deutscher Popmusik vorbei. Fünf Jahre und drei Alben ist das her.

Was für ein Jammer, denn nun erscheint „A!“, das vierte Album (und dritte mit neuem Material). Darauf sind 13 neue Lieder, fünf davon in doppelter Version – in Band- und Akustik+-Version, was gleichbedeutend damit ist, dass der ständige Hall, die nervige „Sphärisierung“ sämtlichen Materials vom Klavier bis zu den Hintergrundchören trotz Akustikversionen omnipräsent sind. Insgesamt klingt „A!“ von Beginn an, als hätte jemand alle typischen Feser-Elemente am Schneidetisch zusammengeschnippelt. Die schönen Klavierkadenzen, die überschäumende gute Laune („Es ist immer noch so viel 1-A“), die beim 20. Mal nervenden O-O-O-Chöre. Da ist viel Qualität. Zweifellos. Aber wenig Tiefe. Nichts überrascht. Das meiste klingt nach Meterware, die bis nah an den etwas besseren Schlager ausgelegt wurde. Was für ein Jammer! (Warner) dms

Unsere Note: ★ ★

 

(Mächtig mies) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)