Neue Alben

Vom nassforschen Surfer zum einsamen Sucher

Alternative: Ben Howards stille Rückkehr

Auszeit in Nicaragua, Neustart als Lyriker, zuletzt Selbstfindung im eigenen Garten beim Graben eines fast zwei Meter tiefen Lochs – die Erwartungshaltung von Fans oder Plattenfirmen perlte an Ben Howard in den vergangenen dreieinhalb Jahren ab, wie Wasser an der Ente. Für sein drittes Album „Noonday Dream“ dürfte das auch kommerzielle Konsequenzen haben, denn vom nassforschen Surfer aus Cornwall, der mit Hymnen wie „Keep Your Head Up“ auf dem besten Weg zum Massenphänomen war, ist jedenfalls kaum noch etwas übrig geblieben.

Stattdessen geht Howard mit seinen Tagträumen den zuletzt schon auf „I Forget Where We Were“ angedeuteten Weg auf die dunkle Seite weiter, liefert mäandernde Songs, die oft nur wie Skizzen anmuten. Und baut an manchen Stellen ein Labyrinth aus Loops und Soundfetzen, das nur noch durch seine murmelnden Vocals zusammengehalten wird.

Wer schon einmal die selbstvergessenen Live-Shows des Gitarrenvirtuosen aus Devon erleben durfte, wird das nur konsequent finden. Ben Howard macht Musik schließlich vor allem für sich selbst. Doch so lange er ein wahrscheinlich nicht größer werdendes Publikum daran teilhaben lässt, ist alles gut. (Island) th

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Unsere Note: 5 Sterne von 6 Sternen (Megamäßig)

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)