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Zu viel von allem – außer der Harfe

Archivartikel

„Delivery“: Davis verbindet Harfe mit Pop

Mikaela Davis’ Debütalbum „Delivery“ will alles sein: Folk, Pop, Indie-Rock, Funk. Die 26-jährige Sängern, Pianistin und Harfenspielerin aus Rochester, New York, versucht, ein breites musikalisches Spektrum zu bedienen. Und so klappern die zehn Titel des Albums zahlreiche Genres der jüngeren Musikgeschichte ab.

Auch thematisch lässt die US-Amerikanerin, die dieses Jahr beim Mannheimer Musikfestival „Maifeld Derby“ spielte, nichts anbrennen. Um Fernweh dreht sich „In My Groove“. Sie singt: „I Got No Money But Got Places To Go“, also „Ich habe kein Geld, aber Orte, zu denen ich gehen kann“. Um toxische Liebe („Other Lover“), Depression und Schmerz („Emily“) und das Gefühl von Überforderung („Delivery“) geht es auch.

Vielleicht hat sich Davis mit dem Wunsch, in jedem Klangtopf mitzumischen, selbst überfordert. Viele Songs wirken gezwungen und trotz der schweren Themen banal. Zeitweise wünscht man sich, es Davis wie in „In My Groove“ gleichzutun und den Kopf in den Sand zu stecken („’Cause My Head’s In The Sand“).

Ein Lichtblick ist der Titel „Emily“. Gesang und Harfe dominieren. Davis’ Stimme überzeugt, wenn die Sängerin sie zurücknimmt, nicht ihr ganzes Volumen ausreizt, denn dann entfaltet sie einen besonderen Klang. Leider rückt die sie mit klassischer Harfenausbildung das Saiteninstrument nicht stärker in den Vordergrund und verpasst so die Chance, ihre Stärke zu betonen. 

Unsere Note: ★ ★ ★ (Mittelmäßig) von 6 Sternen

(6 Sterne - Musikmythos; 5 Sterne - Megamäßig; 4 Sterne - Muntermacher; 3 Sterne - Mittelmäßig; 2 Sterne - Mächtig mies; 1 Stern - Mama Mia)