Platten-, CD-Kritiken

Groove-Meister

Jazz/Pop: Das Trio GoGo Penguin ist mit „A Humdrum Star“ weiter in der Erfolgsspur

Es ist ein relativ neues Phänomen, dass Jazzbands wieder ein sehr junges, studentisch geprägtes Publikum finden – und live von ihm gefeiert werden wie Popstars. Die Kanadier BadBadNotGood führten diesen Effekt bei Enjoy Jazz im Ludwigshafener Haus vor. Im Jahr zuvor machten es ihnen die Mercury-Prize-Kandidaten GoGo Penguin aus Manchester an gleicher Stelle vor. Musiker wie Polar Bear oder Matthew Halsall stehen ebenfalls für diesen Trend.

Elektronische Anmutung

Das Trio GoGo Penguin um Pianist Chris Illingworth führt auf seinem vierten Album, dem zweiten beim Kultlabel Blue Note, seinen Erfolgsweg fort. Wobei „A Humndrum Star“ zunächst etwas matter glänzt als der Vorgänger „Man Made Object“ (2016) – weil es mit „Prayer“ erstmal ruhig, fast verhalten-nachdenklich startet. Mancher Songteil wirkt so etwas zu gefällig. Doch das Besondere der Combo scheint schnell wieder auf: elektronisch inspirierter, manchmal futuristischer Groove, der in „A Hundred Moons“ auch mal an Ambient-Klänge von Brian Eno erinnert – aber weitgehend akustisch eingespielt und im Kollektiv erarbeitet wurde. Nummern wie „Bardo“ oder „Strid“ nehmen dazwischen faszinierend Fahrt auf. Trotzdem verrät Illingworths bemerkenswert lässig dosiertes Spiel immer noch auch klassische Einflüsse. Das kann beim nächsten Haus-Konzert am 17. April wieder viel Jubel geben ... (Blue Note/Universal) jpk