1. FCK

Fußball Heute Beratungen über Einstieg von Investor Becca

FCK darf auf Rettung hoffen

Archivartikel

Kaiserslautern.Für den 1. FC Kaiserslautern ist eine Lösung für die finanziellen Probleme in Sicht. Der Fußball-Drittligist steht vor einer Einigung mit dem Investor Flavio Becca. Seit Dienstag liegt den Pfälzern ein konkretes Angebot des Luxemburgers vor. „Es waren intensive und lange Verhandlungen. Diese haben zu einem Ergebnis geführt, das dem Beirat am Donnerstag präsentiert wird“, erklärte Finanzchef Michael Klatt im Anschluss an die Verhandlungen.

Der fünfköpfige Beirat der Kapitalgesellschaft, in dem es zuletzt immer wieder zu internen Streitigkeiten gekommen war, muss nun über das von der Geschäftsführung um Martin Bader und Michael Klatt sowie dem Beiratsvorsitzenden Patrick Banf ausgehandelte Angebot entscheiden. Letztlich werden zwei Fragen über den Ausgang bestimmen: Wie hoch ist das Investment und wie viel Einfluss fordert Becca, der bereits beim luxemburgischen Europa-League-Teilnehmer F91 Düdelingen Investor ist, im operativen Geschäft?

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stand vor den Verhandlungen am Dienstag ein Fünfjahresplan mit einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro im Raum. In diesem Sommer würden dem Vernehmen nach zunächst zwei bis drei Millionen Euro an den Fritz-Walter-Club fließen.

Becca ist im internationalen Sport kein Unbekannter. 2011 gründete er mit großem Aufsehen das luxemburgische Radteam Leopard, das Andy Schleck zum Tour-de-France-Sieg führen sollte. Das Projekt hatte aber keinen durchschlagenen Erfolg, nur ein Jahr später folgte bereits die Fusion mit dem amerikanischen RadioShack-Team.

Um in Kaiserslautern bis Ende Mai die fehlenden Mittel für die Drittliga-Lizenz beim Deutschen Fußball-Bund nachzuweisen, werden die Gelder des 56-jährigen Immobilienkaufmanns jedoch nicht dienen können. Zu lange würde der Prozess noch dauern. Die Verantwortlichen hoffen, die Mittel auch so aufbringen zu können. Entscheidender Faktor ist dabei die Unterstützung der Fans. Rund zwei Millionen Euro generierte der Verein bis zum Ablauf der Frist am Dienstagabend über die neue Fan-Anleihe und das onlinebasierte Crowdlending.

Wirbel um Baders Zukunft

Heute wird der Beirat über die Ergebnisse der Verhandlungen informiert. Die Zusammenkunft der fünf Räte birgt nach den jüngsten Ereignissen jedoch einige Brisanz. Eine Mehrheit im Rat plant, Sportchef Bader abzusetzen. Der Anlass sind Aussagen des 51-Jährigen, in denen er die Zielsetzung Aufstieg für die nächste Saison in Frage gestellt hatte. Laut Bader-Befürworter Banf gefährdet dies jedoch die Zukunft des Vereins. Denn zwei Finanzdienstleister hätten die dem FCK zugesagte Unterstützung auch an die Personalie Bader gebunden.