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Fußball Petar Radenkovic wird am Dienstag 85 Jahre alt

Spitzentorwart und Spaßvogel

Archivartikel

Belgrad.In einer längst vergangenen Zeit hatte der TSV 1860 München in Petar Radenkovic (Bild) nicht nur einen Spitzentorwart. Der mittlerweile bis in die Drittklassigkeit abgestürzte Fußball-Traditionsverein hatte in dem gebürtigen Belgrader auch einen echten Showman. Radenkovic nahm 1965 sogar einen Hit auf: 400 000 Mal verkaufte sich die Platte mit dem Titel „Bin i Radi, bin i König“. Der Song landete in der Hitparade weit oben. Er war einer der ersten Fußballer, der sich auch als Unterhaltungskünstler begriff. Radenkovic wurde nur „Radi“ gerufen. Er hechtete und spaßvogelte sich in die Herzen vieler Fußball-Fans.

„Es ist alles in Ordnung, alles okay“, sagte Radenkovic bestens gelaunt. Seinen 85. Geburtstag am 1. Oktober werde er in London feiern, da lebe die Tochter seiner Frau. Viel Zeit zum Quatschen hat er aber nicht. Radenkovic ist auch in hohem Alter noch auf dem Sprung.

„Radi“ spielte nach dem Zweiten Weltkrieg als Torwart bei OFK Belgrad und in der Nationalelf. 1956 holte Radenkovic mit der Olympia-Auswahl Silber in Melbourne. Er wollte danach zum Spitzenverein Roter Stern Belgrad wechseln, durfte das aber nicht. Also setzte sich Radenkovic der Überlieferung nach in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in den Zug und fuhr nach Deutschland. Er landete erst bei Wormatia Worms und machte dort 13 Spiele. Nach einer Saison lotste ihn Trainer Max Merkel 1962 zu den „Löwen“.

Es war die erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte des TSV 1860: Pokalsieger 1964, Finale des Europapokals der Pokalsieger 1965 gegen West Ham United, Meister 1966. Radenkovic war stets mit dabei. Franz Beckenbauer zählt ihn sogar zu den „besten Torhütern aller Zeiten“. Und 1965 schoss auch noch „Radis“ Platte in die Hitparade.

Weniger begabt als Kneipenwirt

Außerhalb des Fußball-Wirkungskreises lief nach seinem Karriereende 1970 nicht alles glatt. Unter anderem als Kneipenwirt war Radenkovic nicht so begabt wie als Profi. Er konnte es aber verschmerzen, so wie er schon in den 60ern sang: „Ball kommt wie der Blitz, dass i manchmal schwitz, doch ich fang fast alle, mit Humor und Witz.“ dpa