1. FCK

Fußball Der 1. FC Kaiserslautern wird beim 1:1-Unentschieden gegen den SSV Regensburg erst in den letzten 30 Minuten stärker / Rückschlag im Abstiegskampf

Zwei verschenkte Punkte

Kaiserslautern.Marius Müller sank auf den Boden und verschränkte die Arme über dem Kopf. Der Torwart des 1. FC Kaiserslautern war nach dem 1:1 (0:1)-Remis gegen den SSV Jahn Regensburg sichtbar am Ende. „Das war die Erschöpfung nach den letzten drei, vier Abstößen, aber auch die Enttäuschung – etwas von allem“, resümierte der FCK-Keeper nach einem Punkt im Kampf um den Klassenerhalt vor 27 780 Zuschauern, die nach der Partie mit Applaus die kämpferische Leistung des FCK honorierten.

Bis zur 73. Minute mussten die Lauterer zunächst einem Rückstand nachlaufen. Erst Sebastian Andersson egalisierte nach einem Traumpass von Lukas Spalvis die frühe Führung der Regensburger durch Benedikt Saller (6.) „Dass wir nach Rückständen zurückkommen können, zeichnet uns aus. Der Punkt geht in Ordnung“, versuchte sich Innenverteidiger Marcel Correia an einer Einordnung. Dennoch: Hätte der FCK über die gesamten 90 Minuten so engagiert gespielt, wie in der letzten halben Stunde, Müllers Spiel-Beschleunigungsversuche – der Keeper rannte jedem Ball nach, um eine Chance zum Siegtreffer einzuleiten – wären nicht nötig gewesen und Müller hätte vielleicht jubeln können, statt erschöpft auf dem Rasen zusammen zu sinken. „Unsere erste Hälfte haben wir komplett verpennt“, wusste der Torwart den Grund für zwei verschenkte Punkte.

FCK-Linksaußen Ruben Jenssen entschuldigte sich sogar für die Anfangsphase, die „richtig schlecht“ war. Denn Jahn Regensburg nahm den Pfälzern im zehnten Spiel unter Trainer Michael Frontzeck lange Zeit die Luft zum Atmen. Von Kaiserslautern kam bis auf zwei Chancen durch Spalvis (36.) und dem Dreifach-Torschützen aus der Vorwoche, Osayamen Osawe, (44.) im ersten Durchgang viel zu wenig für ein Team im Abstiegskampf.

„Riesige Lücken“

Deutlich wurden auch die Schwächen im Aufbauspiel durch das Mittelfeld. Müller sprach sogar von „riesigen Lücken“. FCK-Kapitän Christoph Moritz, der später angeschlagen raus musste, und der frühere SV-Waldhof-Jugendspieler Nils Seufert wurden von ihren Mitspielern mehrfach im Stich gelassen. Erst nach Anderssons Ausgleich entwickelte sich eine ansehnliche Partie.

„Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen: Sonnenschein und 28 Grad – die Jungs haben alles auf dem Platz gelassen“, lobte FCK-Trainer Michael Frontzeck die Bemühungen in Halbzeit zwei. Dennoch sei seine Mannschaft offensiv lange sehr schlecht gewesen. „Wir dürfen nicht mit hängenden Köpfen durch die Stadt laufen“, schob der Trainer in Hinblick auf die kommende Woche hinterher.

Nach zwei Tagen Regeneration soll ab Mittwoch der Blick auf das Duell am Freitag beim VfL Bochum gerichtet werden. Fraglich sind dann der angeschlagene Moritz und Leon Guwara, der nach einem Zusammenprall vorsorglich in eine Klinik eingeliefert wurde.

Fünf Spieltage vor Schluss weist der FCK mit 29 Punkten noch fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsrang auf, den aktuell der 1. FC Heidenheim innehat. Der Punkt sei wichtig, versuchte sich Jenssen an einer Durchhalteparole, „jetzt muss es weitergehen.“ Auch Correia sparte nicht mit aufbauenden Worten. „Ich glaube, dass die anderen Teams im Abstiegskampf mehr Angst haben. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und können nur nach vorne kommen.“