1899 Hoffenheim

Fußball TSG Hoffenheim greift in die Geldtöpfe der Champions League / U 19 spielt Youth League

15 Millionen Euro sind fix

Garmisch-Partenkirchen.Es war im Winter 2009 – und Hoffenheim als Bundesliga-Aufsteiger gerade Herbstmeister geworden, als der damalige Geschäftsführer der TSG, Jochen A. Rotthaus „fett Kohle“ witterte und sagte: „Wir müssen an die großen Töpfe der Champions League.“ Doch erst neuneinhalb Jahre später ist der Coup geglückt. Der Dorfclub darf sich erstmals in der Königsklasse mit den Fußball-Großmächten Europas messen – und wird in die großen Geldtöpfe der Uefa greifen.

In der vorigen Saison waren es noch kleine Töpfe: Hoffenheim erwirtschaftete in der Europa League etwa sechs Millionen Euro. Nun darf sich Frank Briel, Geschäftsführer Finanzen & Organisation bei der TSG, „auf mindestens 15 Millionen Euro“ freuen. Dies sagte er während des Trainingslagers in Garmisch-Partenkirchen und fügte an: „Mit Prämien und Verrechnungen mit dem Uefa-Koeffizienten sind sogar bis 25 Millionen Euro an Einnahmen drin.“ Nur in der Vorrunde. Der Finanz-Boss der Hoffenheimer lächelt kaum sichtbar, wenn er diese Zahlen ausspricht. Briel ist ein zurückhaltender Zeitgenosse; er will nicht protzen.

Personal aufgestockt

Er und sein TSG-Geschäftsführer-Kollege Peter Görlich haben nach dem Ausscheiden aus von Hansi Clubs als Duo übernommen. Beide haben schon klare Vorstellungen davon, wie die Mehreinnahmen reinvestiert werden sollen: „In den Kader und in die Infrastruktur. Wir wollen uns auch als Innovationsführer weiterentwickeln“, sagte Briel. Zudem sollen die Rücklagen „gefüttert“ werden, und das Personal wurde aufgestockt. „Der Club wächst rasant.“

Das Interesse der Zuschauer ist wieder gestiegen: Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit (16 400) wurden für die neue Saison 17 000 Dauerkarten veräußert. Der Verkauf der Business-Karten für die Champions League ist bereits gestartet, der für die „normalen“ Plätze beginnt erst noch.

Allerdings werden nicht viele Tickets für die Königsklasse frei zu erwerben sein: In der 30 150 Zuschauer fassenden Rhein-Neckar-Arena dürfen für internationale Spiele keine Stehplätze angeboten werden, so dass die Zuschauer-Kapazität auf 25 000 sinkt. Davon müssen noch 2500 Karten dem Gastverein zur Verfügung gestellt werden. Neben der Profi-Mannschaft wird die U 19 der Hoffenheimer in der „Youth League“ starten und jeweils vor den abendlichen Champions-League-Heimspielen mittags im Dietmar-Hopp-Stadion gegen die A-Junioren des Gäste-Teams antreten. „Die Jungs freuen sich da unheimlich darauf“, sagte Peter Görlich, machte hier aber auch auf die gestiegenen Herausforderungen des Vereins aufmerksam. So können die Nachwuchskicker beispielsweise während „internationaler Wochen“ weniger zur Schule gehen.

So auskunftsfreudig Briel und Görlich bei den Zahlen waren, so zugeknöpft waren sie, beim Thema „Suche nach dem Nagelsmann-Nachfolger“: „Im Winter sind wir weiter“, sagten sie im Einklang - und grinsten…