1899 Hoffenheim

Fußball Im ersten Spiel nach der Entlassung von Cheftrainer Alfred Schreuder muss die TSG Hoffenheim gegen ihren langjährigen Coach und RB Leipzig bestehen

Ausgerechnet jetzt gegen Nagelsmann

Archivartikel

Sinsheim/Leipzig.Für Julian Nagelsmann ist es die erste Rückkehr mit RB Leipzig an die alte Wirkungsstätte – und die TSG Hoffenheim würde den Trainerstar wohl am liebsten gleich dabehalten. Die Bundesliga-Begegnung zwischen beiden Clubs an diesem Freitag ist mitten in die Suche nach einem neuen Chefcoach bei den Kraichgauern gerutscht.

Nagelsmanns Nachfolger und früherer Assistent Alfred Schreuder hatte diese Woche überraschend gehen müssen – wegen „Differenzen in der Zukunftsplanung“ bei der TSG. Jetzt sucht Sportchef Alexander Rosen, der in einem sechsköpfigen Trainerteam interimsweise übernommen hat, nach einer „externen Lösung“ für die neue Spielzeit. Ein Glücksgriff wie der schmerzlich vermisste Nagelsmann, der vom Nobody zum „DFB-Trainer des Jahres“ 2017 aufstieg, ist allerdings selten.

Nagelsmann freut sich auf das Wiedersehen. Angst, möglicherweise aus Gewohnheit in die falsche Kabine zu gehen, hat der 34-Jährige nicht. „Wir parken mit dem Bus auf der anderen Seite. Wenn wir in derselben Einfahrt parken würden, dann vielleicht“, sagte Nagelsmann. Seit seinem Einstieg in Leipzig im Sommer sei er nur einmal besuchsweise in der Region gewesen. „Mit Fans wäre es sicher etwas ganz Besonderes gewesen, das erste Mal wieder in dem Stadion spielen zu dürfen. Trotzdem ist es ein besonderes Spiel, weil man ja auch viele frühere Mitarbeiter wiedersieht. Selbst auf dem Flughafen in Mannheim sieht man Leute, die man kennt und schon deshalb ist es ein schönes Gefühl“, bemerkte der Leipziger Coach.

Unter Rosen will Hoffenheim noch den Sprung in die Europa League schaffen, wofür Platz sieben ausreicht. Nagelsmann rechnet damit, dass sich Rosen und sein Stab eine Überraschung einfallen lassen werden, um sich in der Liga zu beweisen: „Vielleicht lasse ich mir aber auch eine Überraschung einfallen.“ In jedem Fall werden es die TSG-Spieler nach so kurzer Arbeit unter den neuen Chefs schwer haben, in Stresssituationen alte Abläufe zu vermeiden, glaubt Nagelsmann: „Man kann nicht alles komplett ändern.“