1899 Hoffenheim

Fußball Beim 1:1 im Test gegen SD Eibar sehen die 9450 Zuschauer in Sinsheim, wo noch die Defizite der TSG Hoffenheim liegen / Kramaric vermeidet erneut Bekenntnis

Außenbandriss – Demirbay fällt lange aus

Sinsheim.Als Julian Nagelsmann vor etwa einer Woche festgestellt hatte, dass seine Mannschaft in der Vorbereitung weiter sei als vor Jahresfrist und kurze Zeit später das Wort „Meisterschaft“ in den Mund nahm, da klang das alles schon fast wie eine Drohung an die Konkurrenz. Beim finalen Test am Samstag in der Rhein-Neckar-Arena wurde jedoch offensichtlich, dass die augenblickliche Stärke der TSG Hoffenheim vermutlich genügt, um am kommenden Samstag in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Kaiserslautern zu gewinnen, nicht aber, um dem FC Bayern am ersten Spieltag in knapp zwei Wochen Paroli bieten zu können.

Das 1:1 gegen den spanischen Erstligisten Eibar war das Resultat einer „Wellenleistung“, wie es Nagelsmann nannte. Einige Sequenzen waren sehr ordentlich, andere nicht. Der 31-jährige Trainer stapfte nicht selten schimpfend durch seine Coachingzone – vor allem dann, wenn seine Mannschaft in aufwendigem Pressing den Ball erobert hatte, dann aber im blitzschnell folgenden Umschaltspiel die Angriffe viel zu schlampig zu Ende brachte. „Das haben wir unglaublich schlecht ausgespielt“, legte Nagelsmann den Finger in die Wunde. „Acht Tore“ hätte man schießen müssen, meinte er. Das war freilich eine sehr optimistische Einschätzung. Eines war es dann nur, und zwar traf Bicakcic nach einer Ecke per Kopf (61.). Vogt unterlief in der 83. Minute ein Eigentor zum Endstand. Das zweite Testspiel gestern verlor Hoffenheim mit einer „B-Elf“ unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit 1:3.

Schlimmer aber wiegt die Verletzung von Mittelfeldspieler Kerem Demirbay. Das MRT gestern Nachmittag ergab einen Außenbandriss im linken Knöchel. Der Deutsch-Türke fällt somit für einige Wochen aus. Er war am Samstag in der zweiten Hälfte nach einem Köpfball unglücklich aufgekommen.

Auch im Ballbesitzspiel offenbarten die Hoffenheimer nicht die angepeilte Stabilität. Dies war auch äußeren Einflüssen geschuldet: Der Rasenwar in einem hundsmiserablen Zustand. Die Hitze und ein Pilzbefall hatten aus dem „Grün“ eher ein „Braun“ gemacht. Flüssiges Kombinationsspiel war also fast ausgeschlossen. Noch in dieser Woche wird ein neuer Rollrasen in der Arena verlegt.

Sieben, acht Positionen für das erste Pflichtspiel in Kaiserslautern seien vergeben, ließ Julian Nagelsmann durchblicken. Oliver Baumann im Tor ist gesetzt, ebenso Abwehrboss und Kapitän Kevin Vogt. Neuzugang Kasim Adams überzeugte auf der rechten Abwehrseite. Er könnte sich zum neuen Publikumsliebling entwickeln, wurde er doch schon mit langgezogenen „Nuhuuuuu“-Rufen gefeiert. Die Außenbahnen sind mit Pavel Kaderabek rechts und Nico Schulz auch zu. Nadiem Amiri hat sich nach starker Vorbereitung als unverzichtbarer Part in die Anfangself gespielt. Das am Samstag aufgebotene Sturmpaar Szalai und Joelinton hat die Nase vorne vor Otto und Belfodil. Andrej Kramaric ist noch am Knie verletzt und tritt weiter kürzer.

Der kroatische Vizeweltmeister vermied es auch vorgestern, ein klares Bekenntnis zur TSG Hoffenheim abzugeben. Auf die Frage, ob er denn in der kommenden Saison sicher hier spielen werde, antwortete er mit leiser Stimme: „Wir werden sehen.“ Freilich schob er nach, dass er sich hier sehr wohl fühle, man zuletzt mit Hoffenheim guten Fußball gespielt habe und er sich auf die Champions League freue, doch Kramarics Worte waren ein branchenübliches „Herumlavieren“ mit offenen Hintertüren in alle Richtungen.

In dieser und der kommenden Woche wird „gegnerspezifisch“ trainiert, erläuterte Nagelsmann. Gerade für das Bayern-Spiel am 24. August wird dies auch nötig sein.

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