1899 Hoffenheim

Fußball Hoffenheim gibt sich vor dem Pokal-Achtelfinale in München betont selbstbewusst / Adamyan plagt sich mit Knöchelprellung

Bangen um den Bayern-Schreck

Archivartikel

Zuzenhausen.Wie es sich anfühlt, den großen FC Bayern in der Münchner Arena zu schlagen, weiß Alfred Schreuder seit dem ersten Bundesliga-Coup der TSG Hoffenheim im Oktober ganz genau. Mit 2:1 schockten die Kraichgauer damals den Rekordmeister – und der Trainer der Kraichgauer ist noch immer mächtig stolz auf diese Großtat. Am liebsten würde der Niederländer diese Glücksgefühle im DFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) erneut erleben. Entsprechend offensiv geht er die Herkulesaufgabe an. „Wir wollen Pokalsieger werden. Diese Aus-strahlung und Überzeugung muss man haben. Nur so kann man große Gegner schlagen“, betont der 47-Jährige. Schreuder gibt sich vor dem zweiten Saison-Duell mit den Bayern extrem selbstbewusst. Sein Ziel ist klar: „Ich muss meiner Mannschaft vermitteln, dass sie gewinnen kann.“

Diesmal gibt es nur Sieg oder Niederlage – und in solchen Partien kommt es noch mehr darauf an, in den entscheidenden Momenten nervenstark zu sein. So wie Sargis Adamyan beim ersten Liga-Triumph der TSG-Geschichte in der bayrischen Landeshauptstadt. Der Sommerzugang von Zweitligisten Regensburg erzielte bei seinem Startelfdebüt einen Doppelpack und wurde zum gefeierten Helden. In Bremen und gegen Leverkusen glänzte der armenische Nationalstürmer zuletzt als wichtiger Impulsgeber von der Bank. Adamyan brachte als Joker viel Schwung und Tempo, hatte maßgeblich Anteil an beiden Erfolgen.

Bruun Larsen vor Kaderpremiere

Doch ausgerechnet vor dem Wiedersehen mit dem erstarkten Spitzenreiter plagt den 26-Jährigen eine Sprunggelenkprellung. „Sein Einsatz ist noch nicht sicher, aber es sieht besser aus. In seinem Sprunggelenk ist nichts kaputt. Man muss abwarten, wie die Schmerzen sind“, erklärt Schreuder. „Wir treffen am Mittwochmorgen eine Entscheidung, ob er im Kader steht.“ Ein erneuter Jokereinsatz sollte wohl möglich sein. Zumal der TSG-Trainer genau diese Qualitäten seines Schützlings besonders schätzt. „Sargis ist extrem gut, wenn die Räume größer sind. Er ist ein extrem guter Joker – das hat er bereits mehrmals bewiesen“, lobt Schreuder.

Vor dem letzten Aufeinandertreffen waren die München in 20 Bundesliga-Partien ungeschlagen, nun haben sie sechs Mal in Folge gewonnen. Für Schreuder ist Bayern-Coach Hansi Flick der entscheidende Faktor für den Bayern-Aufschwung. „Hansi macht das überragend. Die Bayern sind extrem gierig – das ist sein Verdienst. Er weiß genau, wie ein Topverein tickt und wie er mit Topspielern umgehen muss“, erklärt der Hoffenheimer Trainer und ergänzt: „Die Münchner spielen schneller und mit einer höherer Abwehrkette – vor allem haben sie aber mehr Energie. Das sieht man auch an ihren Ergebnissen.“ An der Qualität der Bayern hat Schreuder nicht den geringsten Zweifel.

Er bezeichnet Flick, mit dem er zu dessen kurzer Zeit als Sport-Geschäftsführer bei der TSG als Assistent von Julian Nagelsmann zusammenarbeitete, als „Freund“. „Wir als Trainerteam hatten mit ihm ein sehr gutes Verhältnis. Ich bin noch immer im Austausch mit ihm und freue mich, ihn wiederzusehen.“

Um im Pokal-Duell bestehen zu können, will Schreuder den Bayern den Spaß am Fußball nehmen und sehr mutig agieren. Dabei könnte Winterzugang Jacob Bruun Larsen helfen, der erstmals im Kader stehen wird. „Er ist extrem schnell und stark im Eins-gegen Eins“, lobt Schreuder den Dänen, vom der er sich künftig im Zusammenspiel mit seinem Landsmann und Kumpel Robert Skov wichtige Impulse erhofft. „Beide können auf der linken Seite spielen. Das kann eine dänische Superkombination sein“, meint der TSG-Trainer, dem wieder überraschende Schachzüge zuzutrauen sind. Bruun Larsen dürfte aber wohl zunächst die Jokerrolle übernehmen.