1899 Hoffenheim

Fußball Hoffenheimer Doppeltorschütze will mit seiner Mannschaft im Bundesliga-Endspurt noch auf den sechsten Platz springen

Dabbur bringt wichtige Energie

Archivartikel

Augsburg.Noch zwei Schritte bis nach Europa. Nach dem 3:1-Sieg beim FC Augsburg macht die TSG 1899 Hoffenheim dem direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga mächtig Druck. „Wir wollen natürlich den siebten Platz verteidigen, aber vielleicht können wir ja noch auf den sechsten Platz springen“, sagte der gefeierte Doppeltorschütze Munas Dabbur nach dem siebten Auswärtssieg in dieser Saison. „Wir haben eine gute, positive Energie im Team, fühlen uns wohl auf dem Platz. So arbeiten wir weiter.“

Die TSG liegt vor den abschließenden Partien am Samstag gegen Union Berlin und am letzten Spieltag bei Borussia Dortmund punktgleich mit dem Sechsten Wolfsburg. „Wir haben auf die anderen Ergebnisse geschaut und die Tabellenkonstellation ist ja interessant. Wir sind momentan auf einem guten Tabellenplatz, den wir mindestens verteidigen wollen“, sagte auch Kapitän Benjamin Hübner. „Bis zum Schluss werden wir fighten und versuchen, unsere Position noch einmal zu verbessern.“

Wolfsburg und Freiburg als Rivalen

Der Tabellensechste kann sich den Gang durch die Qualifikation zur Europa League ersparen und ist direkt dabei. Allerdings hat der Landesrivale und Verfolger SC Freiburg nur einen Punkt weniger als die Kraichgauer. Für die TSG war es der erste Sieg seit der Trennung von Trainer Alfred Schreuder. Sein früherer Assistent Matthias Kaltenbach stand wieder an der Seitenlinie, Koordinator und Sportchef Alexander Rosen saß wieder auf der Tribüne und meinte: „Mit dem Doppelschlag in der zweiten Hälfte konnten wir richtigen Druck entfalten. Trotzdem wurde es nach dem 1:2 noch einmal gefährlich. Mit dem 3:1 war die Erleichterung natürlich groß.“

Kurz vor Saisonende entwickelt die TSG wieder mehr Durchschlagskraft im Angriff: Der kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric überzeugte nach seiner langen Verletzungspause wieder als Joker. Und Dabbur zeigt, warum er 2018 und 2019 bei RB Salzburg Torschützenkönig der österreichischen Liga war: Der 28 Jahre alte Israeli feierte seinen ersten Doppelpack (56. und 62. Minute) in der Bundesliga.

Kapitän Hübner verteilt Lob

Der 28-jährige Israeli war im Winter für 12 Millionen Euro vom FC Sevilla gekommen, wo er als Bankdrücker herhalten musste. Ein Sehnenriss im Knie bremste Dabbur vor der Corona-Pause aus. „Er ist ein überragender Spieler, er hat eine unglaubliche Qualität. Ich bin froh, wenn er auf dem Platz steht“, lobte Hübner Dabbur. Rosen hatte ihn bereits vor dem Augsburg-Spiel als „extrem begabten und torgefährlichen Fußballer“ bezeichnet. Zudem sei der Stürmer von seiner Zeit in Salzburg stark im Pressing.

In der Bundesliga-Zwangspause stellte Dabbur noch ganz andere Qualitäten unter Beweis: Er gewann an der Spielkonsole mehrere Turniere und schlug dabei E-Sport-Profis, darunter auch FIFA-Weltmeister Mohammed Harkous. Seit vergangenen Monat hat der Hoffenheimer Angreifer aber nicht mehr so viel Zeit für sein Hobby: Da wurde er erstmals Vater. dpa

Zum Thema