1899 Hoffenheim

Fußball Nach der Niederlage gegen Braga will Hoffenheims Trainer Nagelsmann am Sonntag gegen Berlin wieder siegen

Frustabbau mit Hertha BSC

Sinsheim.Nach einer ernüchternden Premiere in der Europa League war Julian Nagelsmann erst um vier Uhr eingeschlafen und brauchte am nächsten Morgen nach eigenen Angaben erstmal eine belebende Erfrischungscreme: "Neu gekauft, habe ich in der Werbung bei Jogi gesehen." Gemeint war damit natürlich Bundestrainer Joachim Löw. Der junge Chefcoach von 1899 Hoffenheim hatte jedenfalls über Nacht seine gute Laune wiedergefunden. Nach dem 1:2 gegen Sporting Braga soll nun in der Fußball-Bundesliga Hertha BSC am Sonntag (13.30 Uhr) zum Frustabbau herhalten.

Da sollten die Kraichgauer hellwach sein. Auf die ungewohnt frühe Anstoßzeit würden sich seine Spieler einstellen, so Nagelsmann: "Sie werden ein bisschen früher herbe Kost zu sich nehmen als sie es gewohnt sind. Dass man kein Nutellabrot isst, sondern vielleicht doch Kartoffeln und ein Stück Putenfleisch."

"Bayern-Effekt schnell weg"

Der Segen an der Dreifachbelastung Bundesliga/DFB-Pokal/Europacup, so erklärte Nagelsmann, sei doch, dass man die Dinge relativ schnell wieder ändern könne. Andererseits: "Der Bayern-Effekt war auch schnell weg." Fünf Tage nach dem 2:0-Coup gegen den Meister aus München hatten die Hoffenheimer sichtlich enttäuscht und verärgert die Rhein-Neckar-Arena verlassen.

Nagelsmann sprach von einer "völlig unnötigen und unverdienten Niederlage" gegen den Tabellenneunten der portugiesischen Liga. "Die hätten wir aus dem Stadion schießen müssen", sagte Abwehrspieler Ermin Bicakcic kopfschüttelnd. Torschütze Sandro Wagner meinte über den robusten Gegner: "Die wissen wahrscheinlich selbst nicht, wie sie diese drei Punkte mitgenommen haben."

Die ziemlich trostlose Kulisse von nur 15 714 Zuschauern trug dazu bei, dass es ein glanzloser Europacup-Abend war. "Es ist schade, aber vielleicht haben die Leute gedacht, dass ich nicht spiele", scherzte Wagner über die geringe Resonanz.

Nicht abgezockt genug

Der Nationalstürmer hatte die TSG in Führung (24.) gebracht. Joao Carlos (45.) und Dyego Sousa (50.) drehten die Partie. Wie schon beim Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Liverpool zeigte sich Hoffenheim noch nicht abgezockt genug und offenbarte Abwehrschwächen, die auf internationalem Niveau gnadenlos bestraft wurden.

Sportlich will die TSG nun an das Bayern-Spiel anknüpfen und die Serie von 19 Liga-Heimspielen ohne Niederlage fortsetzen. "Wir freuen uns auf jeden Fall, dass es in der Bundesliga weiter geht", sagte Nagelsmann. Der 30-Jährige kann zudem wieder auf Torjäger Mark Uth (Fußreizung) zurückgreifen, der gegen die München zweimal getroffen hatte und gegen Braga sichtlich fehlte. Nationalspieler Serge Gnabry fällt hingegen weiter verletzt aus.

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