1899 Hoffenheim

Fußball Das „Europa-Endspiel“ in Dortmund drängt bei der TSG Hoffenheim auch die Trainersuche in den Hintergrund / Rudys Zukunft weiterhin offen

Große Gier vor dem Saisonfinale

Archivartikel

Zuzenhausen.Und zum Abschluss mal wieder gegen Borussia Dortmund! Die TSG 1899 Hoffenheim kämpft zum Saisonfinale in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr) beim BVB um den direkten Sprung nach Europa. Bereits zum dritten Mal geht es am 34. Spieltag gegen den jetzigen Vizemeister, zweimal erreichten die Kraichgauer dabei ein großes Ziel. Alexander Rosen will daraus aber kein weiteres Erfolgserlebnis ableiten. „Nur aufgrund der Vergangenheit stehen die Vorzeichen nicht automatisch gut, dass wir da was mitnehmen“, warnte der Sportchef am Donnerstag.

Der punktgleiche Mitkonkurrent VfL Wolfsburg muss beim Titelgewinner FC Bayern antreten und will seinen sechsten Tabellenplatz verteidigen, der am Ende das Europa-League-Ticket ohne den Weg durch die Qualifikation bedeutet. Der Siebte muss am 17. September in der zweiten Qualifikationsrunde einsteigen – diesmal nicht mit Hin- und Rückspiel, sondern in einer K.o.-Partie.

Vor dem erneuten Duell gegen Dortmund können die Kraichgauer auf den 2:1-Erfolg im Hinspiel dieser Runde verweisen – und auf bereits sieben Auswärtssiege bei nur 16 Gegentoren. Rosen setzt auf die „Gier“ seiner Mannschaft und die „mentale Stärke“, die das Team um Kapitän Benjamin Hübner vor allem nach der Trennung von Chefcoach Alfred Schreuder an den Tag legte.

Das „große Finale“ drängt bei den Hoffenheimern auch die Trainersuche nach hinten: Zum letzten Mal sollen das fünfköpfige Betreuer-Team mit Matthias Kaltenbach an der Spitze sowie Rosen als Koordinator die Mannschaft führen, ehe es zur neuen Spielzeit einen Nachfolger des beurlaubten Schreuder gibt. „Ein paar Dutzend Bewerber“, so Rosen, haben sich bei der TSG gemeldet. Nach dem Saisonende werde erstmal eine „Longlist“ erstellt, um dann in Gespräche mit den Kandidaten zu gehen.

Vier Wochen frei

In der Sommerpause will Rosen seine Profis erstmal von Hausaufgaben verschonen. „Es wird die ersten zwei Wochen keinen Laufplan geben. Die Jungs müssen nach dieser anspruchsvollen Saison erstmal komplett den Kopf frei bekommen. Sie werden auch mindestens vier Wochen frei haben“, sagte der Direktor Profifußball. Vor allem die Nationalspieler erwarte ab September, wenn die neue Runde losgehen soll, „ein absolutes Hammerprogramm“.

Unterdessen hat Nationalspieler Sebastian Rudy kurz vor Saisonende noch keine Klarheit über seine sportliche Zukunft. Die Kraichgauer haben noch nicht entschieden, ob sie seine Kaufoption für den 30 Jahre alten Mittelfeldspieler ziehen. „Er hat einen großen Stellenwert, ist ein ganz feiner Mensch und nicht umsonst bei uns Rekordspieler“, sagte TSG-Sportchef Rosen. Er habe erst am Mittwoch ein Gespräch mit Rudy gehabt. Man merke, dass ihn die Situation sehr beschäftige, berichtete Rosen. Er werde sich aber erst nach der Saison intensiv mit der Personalie auseinandersetzen.

Angeblich hat Hoffenheim eine Kaufoption in Höhe von sechs Millionen Euro. Rudy war 2017 von Hoffenheim zum FC Bayern gewechselt, Schalke holte ihn ein Jahr später für 16 Millionen Euro Ablöse. In Gelsenkirchen kam der 29-fache Nationalspieler aber nicht gut zurecht. Rudy hatte schon betont, dass er sich gut vorstellen könne, seine Karriere bei der TSG zu beenden. Zuletzt sagte er allerdings: „Ich weiß selbst noch nicht, wie es danach weitergeht. Ich haue mich voll rein bei Hoffenheim. Aber ich habe auch mit Schalke keineswegs abgeschlossen.“ 

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