1899 Hoffenheim

Fußball Torhüter Oliver Baumann will sich mit starken Leistungen bei Hoffenheim für eine Rückkehr in den DFB-Kader empfehlen

Hoffenheim-Torhüter Oliver Baumann will zurück in den DFB-Kader

Archivartikel

Zuzenhausen.Oliver Baumann hat ehrgeizige Ziele für diese Saison – mit der TSG Hoffenheim, aber auch persönlich. Deshalb beobachtet der Vize-Kapitän der Kraichgauer die Länderspielphase der DFB-Elf ganz genau, während er sich im Zuzenhausener Trainingszentrum auf die nächste Bundesliga-Aufgabe gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) vorbereitet. „Ich würde sehr gerne ein Länderspiel bestreiten, wenn es von der Konstellation passt“, betont der 30-Jährige. Nur zu gerne wäre der Wahl-Heidelberger wieder bei der Nationalmannschaft dabei gewesen, nachdem er für die Nations-League-Partien Anfang September erstmals von Bundestrainer Joachim Löw berufen worden war.

Obwohl Baumann damals vom Verzicht Manuel Neuers und einer Knieverletzung von Marc-André ter Stegen profitierte, hat der gebürtige Breisacher Blut geleckt. Die aufregenden Tage in Stuttgart und Basel treiben ihn an, jahrelang hatte er darauf hingearbeitet – und das TSG-Ass will unbedingt zurück zu Jogis Jungs. Sein Ziel ist das EM-Ticket. Dabei verschließt der Hoffenheimer Keeper natürlich nicht die Augen vor der Realität. Selbst seine Chancen auf die dritte Torhüterposition sind minimal – die Konkurrenz mit Bernd Leno von Arsenal London und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt) ist bärenstark.

Lange Kontakt mit Kevin Trapp

„Ich kenne Trapp schon seit der Jugend aus den U-Mannschaften des DFB. Ich muss auf meine eigene Leistung schauen und hoffe, künftig wieder bei der Nationalmannschaft dabei sein zu dürfen“, erklärt Baumann gelassen. Er kann nichts erzwingen, will aber durch sportliche Ausrufezeichen mit der TSG weiter im Fokus von Löw bleiben, um doch noch seinen Traum verwirklichen zu können. Die Leistung stimmt jedenfalls. Ende September gelang der 4:1-Heimcoup über Bayern München, ehe es bei Eintracht Frankfurt (1:2) zuletzt den ersten Rückschlag gab. „Unser deutlicher Sieg über Bayern zeigt, dass wir ein paar richtig starke Jungs im Team haben“, lässt sich Baumann nicht vom Weg abbringen. Der frühere Freiburger Bundesliga-Profi ist keiner, der sich in den Mittelpunkt stellt, sondern ein Führungsspieler mit viel Gemeinschaftssinn. Dazu passt seine bescheidene Aussage zu seinem 200. Liga-Match für die Kraichgauer: „Während des Spiels gegen Bayern habe ich nicht daran gedacht. Mittlerweile merke ich aber, dass da schon ein paar Spiele zusammengekommen sind. 200 Partien – das ist eine gute Leistung.“ In dieser Zeit hat er alle Höhepunkte der vergangenen Jahre als absolute Stammkraft miterlebt. „Als ich vor sechs Jahren nach Hoffenheim gekommen bin, habe ich nicht daran gedacht, dass es so gut klappen würde. Ich fühle mich im Club und mit meiner Frau in der Region sehr wohl“, sagt Baumann, der sich für die Heidelberger Kinderkrebshilfe engagiert. Vom neuen Coach Sebastian Hoeneß kann der Routinier bisher nur Positives berichten. „Er ist ein reflektierter Trainer mit einer klaren Linie. Wir haben ein total gutes Klima in der Truppe und sehr gute Charaktere im Team. Jeder hat Bock, für den anderen zu laufen“, lobt Baumann, für den es nun gilt, die Eintracht-Schlappe vergessen zu machen. „Wir wollen wieder so dominant auftreten wie gegen die Bayern.“

Vorfreude auf Europa League

Der nächste Gegner hat es allerdings in sich. Doch der frühere U-21-Nationalkeeper geht optimistisch ins Heimduell mit Borussia Dortmund. Schließlich ist Toptorjäger Andrej Kramaric geblieben und mit Taktgeber Sebastian Rudy ein enger Vertrauter des Torhüters zurückgeholt worden. Gemeinsam wollen sie die nächsten anspruchsvollen Hürden nehmen. Dazu gehört auch der Start der Europa League, bei dem die TSG am 22. Oktober das Team von Roter Stern Belgrad empfängt. „Ich möchte die Gruppenphase unbedingt überstehen“, erklärt Baumann und schiebt selbstbewusst hinterher: „In der Bundesliga würde ich auch gerne wieder die Qualifikation für Europa schaffen.“

Dass es mit seinem Wunschgegner für die Vorrunde nicht geklappt hat, nimmt der TSG-Torhüter als Ansporn. Jetzt soll es eben später im Wettbewerb ins „tolle Stadion“ von Premier-League-Verein Tottenham Hotspurs gehen. Am liebsten würde sich Baumann dann mit Glanzparaden bei Jogi Löw empfehlen. Der dauerhaften Unterstützung von Alexander Rosen kann er sicher sein. „Oli ist für mich einer der stärksten Torhüter der Liga und darüber hinaus durch seine herausragende Einstellung und seinen Charakter ein Gewinn für jedes Team“, lobt der Hoffenheimer Manager seine Nummer 1.

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