1899 Hoffenheim

Fußball Durch den jüngsten Aufwärtstrend sind für die TSG sogar die Champions-League-Plätze wieder in Reichweite

Hoffenheimer Stimmungshoch

Archivartikel

Sinsheim.Nach einer Saison mit einigen Leistungstälern befindet sich die TSG Hoffenheim rechtzeitig zum Saisonendspurt wieder in glänzender Verfassung. Der 6:0-Rekordsieg über völlig neben sich stehende Kölner sorgt im Kraichgau für die berechtigte Hoffnung, in der Tabelle noch ein Stück weiter nach oben klettern zu können. „Wir sind in einer sehr guten Ausgangsposition auf Platz sieben, der wahrscheinlich für die Qualifikation zu den internationalen Wettbewerben reichen wird“, erklärt Manager Sportchef Alexander Rosen. „Außerdem wollen wir – mit allem, was wir haben – noch vorne reinstoßen.“

Sechs Spieltage vor dem Runden-ende liegt Hoffenheim drei Punkte hinter dem nächsten Gegner Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen sowie vier Zähler hinter RB Leipzig, das den letzten Champions-League-Rang einnimmt. Da steigt die Angriffslaune natürlich. „Wir haben es selbst in der Hand. Wenn wir unsere Spiele gewinnen, ist alles möglich“, unterstreicht Serge Gnabry, der sehenswert seine Saisontreffer Nummer sechs und sieben erzielte. Die Münchner Leihgabe ist seit Wochen verletzungsfrei und wird immer besser. „Serge war überragend und hat auch defensiv gut gearbeitet“, findet Trainer Julian Nagelsmann. Zur Zukunft des U-21-Europameisters erklärt Rosen: „Die Position der Bayern ist klar kommuniziert, die Leihe wurde bis Sommer angelegt. Es ist also alles gesagt, aber sollte sich an dieser Haltung etwas ändern, sind wir bereit.“ Eine leise Hoffnung, Gnabry zu halten, gibt es also immer noch.

„Es macht einfach sehr viel Spaß“

Hoffenheim hat in den vergangenen fünf Partien drei Mal gewonnen (Köln, Wolfsburg, Augsburg) und zwei Mal Unentschieden gespielt (Mönchengladbach, Freiburg) – vor allem, weil die Balance zwischen Angriff und Abwehr besser geworden ist. Zudem konnte das Team das Saison-Aus von Dennis Geiger prima kompensieren. Florian Grillitsch wird auf der Sechser-Position immer besser. Der Österreicher überzeugt als guter Organisator mit Zweikampfstärke. „Wenn man den Gegner so unter Druck setzt und die meiste Zeit in Ballbesitz ist, macht es einfach sehr viel Spaß“, erläutert Gnabry, der gemeinsam mit Mark Uth, der gegen seinen Heimatclub Köln ebenfalls zwei Mal traf, und Andrej Kramaric eine bärenstarke Offensivreihe bildet. Der kroatische Nationalspieler berichtet nach der Heimgala ganz offen, von seinen Königsklassen-Träumen: „Am Sonntag in Frankfurt wird sich entscheiden, ob wir noch ins Champions-League-Rennen eingreifen können oder nicht. In die Europa League wollen wir auf jeden Fall wieder.“ Momentan stehen die Hoffenheimer vier Punkte vor den Achtplatzierten Stuttgartern.

Nach dem Kräftemessen mit der Eintracht (Sonntag, 18 Uhr) folgen für die TSG noch die Begegnungen gegen den Hamburger SV (H), Leipzig (A), Hannover (H), Stuttgart (A) und Borussia Dortmund (H). „Wenn wir so spielen wie gegen Köln, haben wir das internationale Geschäft verdient“, betont Nagelsmann. „Allerdings liefern Frankfurt, Leverkusen und Leipzig stabil ihre Leistung ab. Die direkten Duelle werden entscheidend sein.“ Um diese Hürden zu nehmen, braucht Hoffenheim eine weitere Leistungssteigerung. Denn bei aller Euphorie ist Nagelsmann auch bewusst, gegen wen die jüngsten Punkte eingefahren wurden.

Stabile Defensive

„Der Trend ist wieder unser Freund. Die Ergebnisse sind besser. Es war wichtig, unsere Leistungen zu stabilisieren“, bemerkt der 30-Jährige. Der Schlüssel für den Aufschwung ist für ihn, dass „wir in der Defensive insgesamt etwas stabiler stehen“. Außerdem war zuletzt die Chancenverwertung besser – mit Ausnahme der ersten Halbzeit im Duell mit Köln, als die TSG wieder einmal zahlreiche beste Einschussgelegenheiten ausließ. „In dieser Saison hat uns oft das zweite Tor gefehlt und dann haben wir einen Gegentreffer bekommen“, spricht Nagelsmann ein großes Manko an, das im Endspurt nicht zurückkehren darf.

Abwehrchef Kevin Vogt ist optimistisch. „Wir haben jetzt noch mehr Selbstvertrauen und mit diesem Selbstverständnis wollen wir auch in Frankfurt auftreten. Das wird ein heißer Tanz“, betont der Kapitän, der sich über zwei freie Tage als Belohnung freute. Einen Joker hat die TSG auch noch in der Hinterhand: Nationalspieler Kerem Demirbay steht nach seiner langen Verletzungspause vor dem Comeback in der Bundesliga.

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