1899 Hoffenheim

Fußball Trotz des schwachen Auftritts in Würzburg will 1899-Trainer Schreuder keine Zweifel an der Kaderqualität zulassen

Hoffenheimer Stolperstart

Würzburg.Nach dem Pokalkrimi von Würzburg gab es für die Profis der TSG 1899 Hoffenheim für ein paar Momente kein Halten mehr. Losgelöst und erleichtert hüpften Torschütze Ihlas Bebou und seine Kollegen vor der Fankurve, der 120-minütige Fußballkampf mit Drittligist Würzburger Kickers hatte vor allem emotional sichtlich seine Spuren hinterlassen. „Gott sei Dank haben wir gewonnen. So ist Fußball. Am Ende geht es ums Gewinnen, das haben wir gemacht“, sagte Trainer Alfred Schreuder nach dem 5:4 (3:3, 2:2, 1:0) der Kraichgauer im Elfmeterschießen.

Dabei gaben die Hoffenheimer erst ein 2:0 und später auch eine 3:2-Führung aus der Hand. „Wir haben plötzlich die Dominanz verloren“, merkte Manager Alexander Rosen an. Den Klassenkampf mit Happy End für seine Mannschaft sah der Funktionär als beste Werbung für den DFB-Pokal an. „Dieser Pokal muss bestehen bleiben. Es macht großen Spaß“, sagte Rosen. Wer diese 120 hinreißenden und höchst spannenden Fußball-Minuten gesehen hatte, konnte dem Manager nur recht geben.

Elfmetertöter Baumann

Anders als der FSV Mainz 05 und der FC Augsburg, die an diesem Samstag schon ausschieden, überstand die TSG das Spektakel mit viel Mühe, etwas Glück und Torhüter Oliver Baumann, der am Ende zwei Elfmeter parierte. „Es gibt heute schon zwei Bundesliga-Trainer, die gerne im Elfmeterschießen weitergekommen wären – die sind nämlich raus“, sagte Rosen. Gegen einen profilierten Drittligisten mache „man das nicht mal eben so. Dass wir es gemacht haben, sagt auch etwas aus“, meinte der 40-Jährige.

Schweres Erbe

Auch für Schreuder, der das schwere Erbe von Erfolgscoach Julian Nagelsmann antritt, zählte am Ende das Ergebnis und das Weiterkommen, auch wenn er sich an der Art und Weise störte. „Es war nicht top ab der 65. Minute. Was danach passiert ist, geht natürlich nicht“, sagte der im Sommer von Ajax Amsterdam gekommene Niederländer.

Nach der 2:0-Führung durch Tore von Bebou und Pavel Kaderabek sowie dem Treffer zum 3:2 von Joker Adam Szalai stellten die Kraichgauer jeweils das Fußballspielen ein und wirkten teilweise auch kräftemäßig am Ende.

Dass den gleichwertigen Franken die Tore von Fabio Kaufmann, Albion Vrenezi und Luca Pfeiffer nicht reichten, lag vor allem an der Chancenverwertung. „Wir hätten das Spiel in den 120 Minuten schon entscheiden können“, befand Kickers-Coach Michael Schiele.

Zweifel an der Qualität der in diesem Sommer durch Verkäufe von gleich vier Leistungsträgern brutal geschwächten TSG wollte Schreuder aber nicht aufkommen lassen. Mit Blick auf den Bundesliga-Start am kommenden Sonntag sagte er: „Ich glaube, wir müssen keine Angst vor Frankfurt haben.“

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