1899 Hoffenheim

Fußball Vor fünf Jahren rettete sich die TSG Hoffenheim am letzten Spieltag gegen den BVB in die Relegation, morgen soll der Sprung in die Königsklasse gelingen

Immer wieder Borussia Dortmund

Zuzenhausen.„Wir sind nur noch 90 Minuten von unserem großen Ziel entfernt. Ich spüre pure Vorfreude“, sagt Hoffenheims U-21-Nationalspieler Nadiem Amiri vor dem „Endspiel“ der TSG um den Einzug in die Champions League gegen Borussia Dortmund. Das morgige Duell in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena (15.30 Uhr) ist nicht der erste brisante Vergleich der beiden Bundesliga-Rivalen.

26. Februar 2008: Borussia Dortmund empfängt den damaligen Zweitligisten TSG Hoffenheim im Viertelfinale des DFB-Pokals. Am Ende gewinnt der BVB mit 3:1 und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke schwärmt damals: „Was die Hoffenheimer im offensiven, kreativen Bereich haben, ist absolut bundesligareif. Da schaut man gerne zu.“

21. September 2008: Beim ersten Bundesliga-Duell im Mannheimer Carl-Benz-Stadion gewinnt Hoffenheim auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft gegen einen schwache Dortmunder Mannschaft mit 4:1 – und die BVB-Anhänger fallen aus der Rolle. Im Fanblock zeigt ein Plakat TSG-Mäzen Dietmar Hopp im Fadenkreuz mit den Worten „Hasta la vista, Hopp!“ – in Anlehnung an den Film „Terminator“. Dazu gesellen sich üble Schmähgesänge gegen den heute 78-jährigen Hopp. Der erste Bruch zwischen BVB und TSG. Bis heute gehören beleidigende Schmägesänge bei Duellen mit den Westfalen leider zum Standard.

13. August 2011: Nach Hoffenheimer Darstellung attackiert ein Hilfs-Hausmeister, der später entlassen wird, beim 1:0 die BVB-Fans mit einer selbstgebastelten Schallkanone. Er will damit die Anti-Hopp-Rufe übertönen. Elf Dortmunder Anhänger stellen nach dem offenbar schmerzhaften, bis zu 130 Dezibel lauten Sirenenton Strafanzeige wegen Körperverletzung und die TSG muss sich den Vorwurf gefallen lassen, durch illegale Methoden gegnerische Fans zum Schweigen zu bringen.

18. Mai 2013: „Das Wunder von Dortmund“: Am letzten Bundesliga-Spieltag siegen die fast schon abgestiegenen Kraichgauer mit Trainer Markus Gisdol und Manager Alexander Rosen in Dortmund, das damals unter Trainer Jürgen Klopp im Champions-League-Finale steht. Beim 2:1-Coup verwandelt Sejad Salihovic zwei Elfmeter und rettet die TSG, die als Tabellen-17. ins Ligafinale gegangen ist und unbedingt einen Dreier braucht, in die Relegation, wo es schließlich einen Erfolg gegen Kaiserslautern gibt.

6. Mai 2017: Am vorletzten Spieltag verliert die TSG im Duell um Platz drei beim BVB unglücklich mit 1:2 und verpasst dadurch letztendlich die direkte Champions-League-Qualifikation. Dabei ebnet ein irreguläres Tor von Marco Reus, der eindeutig im Abseits stand, den Weg für die Dortmunder. Die Kraichgauer starten nach dem Play-off-Aus gegen den FC Liverpool in der Europa League.

Winter 2017: Die Dortmunder baggern nach der Trennung von Peter Bosz intensiv an TSG-Trainer Julian Nagelsmann, die „Bild-Zeitung“ berichtet sogar bereits von einer Einigung für den Sommer 2018. Doch Hopp spricht ein Machtwort und beendet die Spekulationen. Erst 2019 könnte Nagelsmann aufgrund einer Ausstiegsklausel gehen.

12. Mai 2018: Diesmal empfängt Hoffenheim den BVB am letzten Spieltag im eigenen Stadion – und will mit einem Sieg unbedingt den Sprung in die Königsklasse perfekt machen. Zu eventuellen Revanchegedanken sagt Nagelsmann: „Rechnung offen klingt immer so martialisch, das klingt immer so nach Drogenhandel. Wir würden gerne gewinnen. Der geringste Druck liegt beim BVB, was auch nicht so schlecht ist. Wir werden Vollgas geben und dann sehen, ob es für den vierten oder dritten Platz reicht.“