1899 Hoffenheim

Fußball Mit der Vertragsverlängerung des umworbenen Managers setzt Hoffenheim ein wichtiges Zeichen im Bundesliga-Finale

Kader-Architekt Rosen bleibt TSG treu

Archivartikel

Zuzenhausen.Alexander Rosen hat momentan jede Menge Arbeit. Der Manager der TSG Hoffenheim steckt parallel zum spannenden Bundesliga-Finale mitten in der Kaderplanung für die nächste Saison, die er im engen Austausch mit dem künftigen Trainer Alfred Schreuder zu bewältigen hat. Dabei muss sich der 40-Jährige trotz bestehender Verträge unter anderem mit den anhaltenden Transferspekulationen um die beiden Leistungsträger Nico Schulz und Kerem Demirbay beschäftigen (wir berichteten). Das ist aufgrund der Tabellenkonstellation keine leichte Aufgabe. Schließlich ist zwei Spieltage vor dem Rundenende immer noch nicht klar, ob die aktuell achtplazierten Kraichgauer Champions League, Europa League oder „nur“ Bundesliga spielen werden.

„Kluge Transferpolitik“

Kader-Architekt Rosen, der vor sechs Jahren vom Leiter des Nachwuchsleistungszentrums zum Erstliga-Manager befördert wurde, genießt bei seinen Verhandlungen das volle Vertrauen der Club-Führung. Das unterstreicht die nun verkündete vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2023. „Wir sind zuversichtlich, mit ihm gemeinsam in der Erfolgsspur zu bleiben“, lobte Mäzen Dietmar Hopp. „Alex hat sich bei der TSG zu einem der angesehensten Sportdirektoren in der Bundesliga entwickelt.“ Geschäftsführer Peter Görlich ergänzte: „Rosen kennt und verkörpert wie kaum ein anderer die Werte der TSG.“ Der Ex-Profi von Eintracht Frankfurt sei durch „kluge, mutige und weitsichtige Transferpolitik“ maßgeblich am Erfolg und der Entwicklung beteiligt.

Trotzdem gab es seit der Bekanntgabe des Wechsels von Trainer Julian Nagelsmann zu RB Leipzig wiederholt Spekulationen, dass auch dessen enger Vertrauter den Club verlassen könnte. Zuletzt hatte es Gerüchte über ein Engagement bei Schalke 04 gegeben, nachdem vor einem Jahr ein Interesse von Arsenal London kolportiert worden war. Doch den Job und sein Umfeld in Hoffenheim – Rosen lebt mit seiner Familie in der Nähe des Zuzenhausener Trainingszentrums – wollte er jetzt nicht aufgeben.

„Ich erachte es als hohes Privileg, dass mir so viel Vertrauen entgegengebracht und Freiheit eingeräumt wird. Dies macht es mir leicht, meine Arbeit jeden Tag mit hoher Motivation und einer klaren Zielsetzung anzugehen“, wird Rosen in einer TSG-Mitteilung zitiert. Hopp sieht „die hervorragenden Perspektiven“ als ausschlaggebend für Rosens langfristige Verlängerung.

Gemeinsam mit Schreuder, der gerade als Co-Trainer mit Ajax Amsterdam im Halbfinale der Champions League steht, will der Manager ab Juli dafür sorgen, dass Hoffenheim erfolgreich in die Ära nach Nagelsmann startet. Dabei ist der gebürtige Augsburger, der bei der TSG vor dem Amtsantritt von Nagelsmann auch schwere Zeiten zu überstehen hatte, mit viel Leidenschaft dabei. Beim 2:2 in Mönchengladbach fieberte er im Borussia-Park emotional auf der Tribüne mit und ärgerte sich über die zahlreichen vergebenen Torchancen.

Vor dem Heimspiel gegen Bremen am Samstag (15.30 Uhr) wird der Manager im engen Austausch mit Nagelsmann gefordert sein, die Profis mental zu stärken und die mögliche Unruhe durch die Trainer-Kritik von Stürmerstar Andrej Kramaric im Keim zu ersticken. In den Gesprächen mit den Profis wird es auch darum gehen, die Spieler von den Hoffenheimer Perspektiven zu überzeugen. Seine eigene Vertragsverlängerung könnte dabei helfen.