1899 Hoffenheim

Fußball TSG-Trainer Julian Nagelsmann lobt vor dem Europa-Duell mit Frankfurt die Arbeit von Niko Kovac

Komplimente an den Rivalen

Archivartikel

Zuzenhausen.Julian Nagelsmann erwartet mit 1899 Hoffenheim ein heißes Duell bei Eintracht Frankfurt im Kampf um die Europacup-Plätze und zieht schon mal den Hut vor seinem Trainerkollegen. „Die Arbeit von Niko Kovac ist sensationell. So viele Spieler aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Sprachen zu einer Einheit zu formen, die nicht nur kämpft, sondern richtig guten und total stabilen Fußball spielt: Chapeau, Chapeau, Chapeau für deine Arbeit“, schwärmte der 30-Jährige bei der Pressekonferenz am Freitag.

Frankfurt liegt vor der Bundesliga-Partie am morgigen Sonntag (18 Uhr/Sky) als Tabellensechster drei Punkte vor den Kraichgauern. Beide Clubs peilen die Europa-League-Teilnahme an und dürfen sogar noch von einem Champions-League-Platz am Ende der Saison träumen. Nagelsmann hat sich zwar schon mal an einem Tabellenrechner versucht, „aber es war mir zu anstrengend, jedes Spiel zu tippen. Was wäre wenn – das macht auch nur dann Sinn, wenn man selbst gewinnt.“

Topform wieder erreicht

Die Hoffenheimer haben jedenfalls mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen und dem 6:0 zuletzt gegen den 1. FC Köln bewiesen, dass sie nach einem verhaltenen Rückrundstart in Top-Form sind. Den Aufschwung beim letztjährigen Bundesliga-Vierten führt Nagelsmann auch darauf zurück, dass er derzeit etwas weniger wechsele, „weil die Gesamtstruktur nicht so stabil war“. Außerdem würde man bei der Angriffshöhe immer mal wieder variieren, weil „viele Mannschaften gegen uns nur hinten reinstehen und auf Fehler lauern“. Und man habe auch mehr Tore geschossen. Die Angreifer Serge Gnabry (sieben Saisontore), Mark Uth (zwölf) und Andrej Kramaric (neun) bereiten den Gegnern derzeit jedenfalls so einige Probleme.

Vor allem Bayern-Leihgabe Gnabry kommt immer besser in Schuss. „Er ist ein sehr bedeutender Spieler für uns. Es steckt noch sehr viel Potenzial in ihm drin, das versuchen wir auf jeden Fall zu kitzeln“, sagte Nagelsmann, der den U-21-Europameister „noch fitter“ machen will. Gnabry hatte in der Hinrunde lange mit Verletzungen zu kämpfen. Gegen Köln musste er in der 75. Minute mit Krämpfen vom Platz und habe diese Woche drei Tage nicht trainieren können.

Angeschlagen sind auch die beiden Stützen der Abwehr: Kapitän Kevin Vogt und Benjamin Hübner, dessen Vater Bruno in Frankfurt Sportdirektor ist. Nagelsmann: „Wir haben ein paar Physios, die Überstunden machen heute. Dann schauen wir mal, was drin ist am Sonntag.“

Dafür kann die TSG auf jeden Fall wieder auf Nationalspieler Kerem Demirbay bauen. Der Confed-Cup-Gewinner, der am Donnerstag seinen Vertrag bis 2022 verlängert hat, ist nach siebenwöchiger Verletzungspause wegen eines Syndesmose-Anrisses im rechten Sprunggelenk „wieder einsatzfähig und sehr fit“, sagte der TSG-Coach.

Im Mittelfeld muss Demirbay aber erst einmal Lukas Rupp verdrängen, der zuletzt gegen FC Köln geglänzt hat. Außerdem ist U-21-Europameister Nadiem Amiri eine Alternative.