1899 Hoffenheim

Fußball Im „Abschiedsspiel“ der Hoffenheimer gegen Rasgrad geht es für die TSG um nichts mehr

Nagelsmann experimentiert

Zuzenhausen.Heute geht ein historisches Kapitel in der Geschichte der TSG Hoffenheim zu Ende: Mit dem Heimspiel gegen Ludogorets Rasgrad verabschieden sich die Kraichgauer aus ihrer Premieren-Saison in der Europa League, die unter dem Motto „Das erste Mal“ stand. 1899 ist bereits ausgeschieden; und das völlig unnötig. Während es für den Gegner aus Bulgarien noch ums Weiterkommen geht, das mit einem Unentschieden gesichert wäre, wird TSG-Trainer Julian Nagelsmann experimentieren. „Da werden einige junge Spieler das Licht als Profi entdecken“, sagte der 30-Jährige.

Insgesamt sieben Spieler aus der U 23 und der U 19 wurden für die Partie heute von der sogenannten B-Liste nachnominiert. Mancher wird da gleich in der Startelf stehen. „Die werden brennen“, glaubt Nagelsmann. Angeführt wird die „Schülertruppe“ von Kapitän und Routinier Eugen Polanski, der zuletzt auch nicht viele Einsatzzeiten genoss. „Es gibt in meiner Situation zwei Möglichkeiten. Erstens: aufgeben; zweitens: noch härter trainieren. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden“, sagte er.

Um sich optimal auf die dieses Spiel und die kommende Begegnung am Sonntag in Hannover vorzubereiten, hat die TSG während der vergangenen Tage in zwei Gruppen trainiert: Eine setzt sich aus Profis zusammen, die heute zum Einsatz kommen sollen, die andere aus denen, die in drei Tagen spielen sollen. „Ich stand jetzt zwei Tage lang jeweils vier Stunden auf dem Trainingsplatz“, scherzte Nagelsmann. Doch diese Aufteilung ergibt ihren Sinn: „Wir wollen auch gegen Rasgrad optimal spielen“, erklärte der Coach und relativierte damit gleich die Vermutungen, dass man das Spiel gegen Ludogorets „abschenken“ wolle. „Die Besprechung hat sogar einen Tick länger gedauert als vor einem Bundesliga-Spiel“, versicherte der Coach. Die Stammspieler beschäftigen sich seit Dienstag nur mit Hannover und bereiten sich speziell auf diesen Gegner vor.

Wenig Zuschauer erwartet

Klar, dass aufgrund des verfehlten und auch angestrebten Weiterkommens das Europa-Resümee des Trainers „durchwachsen“ ausfällt. „Alleine der Unterschied zwischen Champions-League-Qualifikation und Europa League war enorm. Gestern in München waren beim Aufwärmen 69 000 Leute im Stadion, bei uns waren es 23.“ Den Humor hat er trotz des frühen Scheiterns nicht verloren, dieser Julian Nagelsmann. Apropos Zuschauer: 13 500 Karten sind für das heutige Spiel verkauft, darunter sind aber viele Dauerkarten. Da es „um nichts mehr geht“, sind die Hoffenheimer froh, wenn 10 000 Leute kommen würden.

„Das erste Mal“ ist mit dem heutigen Spiel also vorbei. Und wann wird Hoffenheim ein zweites Mal international spielen? „Wenn wir in der Bundesliga gut sind, vielleicht schon nächstes Jahr. Wenn jetzt Schluss wäre, hätten wir es ja wieder geschafft“, sagte Nagelsmann und ging strammen Schrittes auf den Trainingsplatz – vier Stunden lang…