1899 Hoffenheim

Fußball Nach dem 2:2 in Mönchengladbach rutscht die TSG Hoffenheim aus den Europa-Pokal-Rängen

Nagelsmann flüchtet sich in Ironie

Archivartikel

Mönchengladbach.Die riesige Enttäuschung stand Julian Nagelsmann nach dem 2:2 (1:0) bei Borussia Mönchengladbach ins Gesicht geschrieben. Im Hoffenheimer Trainer brodelte es gewaltig. Gegen den angezählten Europapokal-Rivalen hätte seine Mannschaft einen deutlichen Sieg verdient gehabt, aber es reichte im Borussia-Park aufgrund einer schwachen Chancenverwertung und zwei Defensiv-Patzern nicht zum Erfolg. Bereits zum zwölften Mal in dieser Bundesliga-Saison verschenkten die Remis-Könige des deutschen Fußball-Oberhauses eine Führung, 26 Punkte mehr auf dem Konto wären drei Spieltage vor Saisonende theoretisch möglich gewesen. Eine Tatsache, die der ehrgeizige Nagelsmann nur mit einer gehörigen Portion Ironie ertrug.

„Wenn wir die Qualität hätten, all diese Spiele über die Zeit zu bringen, dann könnten Bayern und Dortmund machen, was sie wollen“, erklärte der 31-Jährige: „Dann würden wir Meister werden. Leider haben wir diese Qualität nicht. Deshalb stehen sie da oben. Und wir stehen da, wo wir stehen.“ Vor den noch verbleibenden Duellen mit Bremen am Samstag (15.30 Uhr) in der Sinsheimer Arena und beim FSV Mainz 05 ist für die Kraichgauer allerdings noch alles drin. Durch den Leverkusener Heimsieg gegen Frankfurt rutschten sie zwar als Achter vorerst aus den Europa-Pokal-Rängen, der Rückstand auf Platz vier beträgt jedoch nur drei Punkte.

Erschütternde Statistik

Laut DFL-Statistik 26:10 Torschüsse reichten am Niederrhein nicht für einen Auswärtssieg. Lediglich Pavel Kaderabek (33.) und Joker Nadiem Amiri (79.) versenkten den Ball im Gladbacher Netz, Stefan Posch (35.) und Nico Schulz (78.) zielten an die Latte. Es waren bereits die Aluminium-Treffer Nummer 25 und 26 in dieser Runde! Ausreden ließ Nagelsmann bei seiner Nachbetrachtung allerdings keine gelten. Stattdessen kritisierte er sein Team: „Wir haben auch vorbeigeschossen, uns zwei-, drei Mal selbst die Bälle weggenommen. Es war einfach alles dabei, was vergebene Torchancen erklärt. Vier Tore mehr für uns wären möglich gewesen.“

Aber auch die Abwehr, in der Stabilisator Benjamin Hübner (Rückenprobleme) nicht gleichwertig ersetzt werden konnte, patzte. Bei beiden Gegentreffern durch Matthias Ginter (72.) sowie Josip Drmic (84.) sah die Hintermannschaft aufgrund von individuellen Fehlern schlecht aus. „Wir müssen auch mal zu null spielen“, forderte Mittelfeld-Ass Kerem Demirbay. „Wir gehen zwei Mal in Führung, sind die bessere Mannschaft, aber am Ende heißt es 2:2. Das ist bitter. Das geht einem nahe.“ Nationalspieler Schulz ergänzte: „Wir müssen das Ding am Ende über die Bühne bringen. Gladbach macht aus fast keiner Chance zwei Tore.“

Was bleibt, ist die Hoffnung auf sechs Punkte in den ausstehenden beiden Partien, um das Ziel Europapokal im spannenden Endspurt zu erreichen. „Ich sehe keine Gefahr, die Saison auf dem achten Platz – und damit außerhalb der internationalen Ränge – zu beenden“, gab sich Ex-Borusse Schulz kämpferisch. „Es gab in den vergangenen Wochen viele Partien, in denen wir Tore gemacht haben.“ Überzeugend wirkte der Außenverteidiger dabei nach dem zweiten Rückschlag in Folge allerdings nicht. Demirbay, der nach seiner Gelbsperre eine starke Leistung zeigte, sagte. „Es ist noch alles drin. Wir brauchen jetzt aber definitiv sechs Punkte.“

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