1899 Hoffenheim

Fußball Die TSG Hoffenheim will durch einen Sieg im ausverkauften Heimspiel gegen den HSV auf „internationalem Kurs“ bleiben

Nagelsmann plant mit der Europa League

Zuzenhausen.Jeder, der geglaubt hat, dass die Ankündigung von Julian Nagelsmann, mindestens noch eine Saison lang Trainer bei der TSG Hoffenheim zu bleiben, lediglich ein Lippenbekenntnis sein würde, sieht sich spätestens seit gestern eines Besseren belehrt. Der 30-Jährige beschäftigt sich nämlich intensiv mit den Planungen für die neue Saison: „Wir hätten bis zur Winterpause 32 Spiele. Das wäre schon ein Brett“, blickte der 1899-Coach bereits auf die Spielzeit 2018/19.

Auf diese Anzahl kämen die Hoffenheimer, wenn sie die aktuelle Runde auf dem momentanen siebten Platz beenden würden. Dann stünden sechs Qualifikationsspiele bis zur Europa-League-Gruppenphase auf dem Programm. Würde man diese erfolgreich absolvieren, hätte dies nochmals sechs internationale Spiele zur Folge, dazu 17 Bundesliga-Begegnungen – „und im DFB-Pokal habe ich mal bis zur dritten Runde gerechnet“, sagte Nagelsmann mit seinem Schlitzohr-Grinsen. Um diesem Mega-Programm aus dem Weg zu gehen, „wäre es gut, wenn wir noch ein, zwei Plätze in der Tabelle gut machen würden“. Um dies zu schaffen, ist ein Sieg im morgigen – bereits ausverkauften – Heimspiel gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr) fest eingeplant. Nagelsmann sieht Parallelen zur jüngsten Partie daheim gegen den 1. FC Köln: „Die müssen auch gewinnen und werden mit offenem Visier spielen. Und wir werden das auch tun.“ Dass am Ende dann allerdings wieder ein 6:0-Sieg wie gegen Köln steht, glaubt der 30-Jährige „eher nicht“.

Dafür ist ihm der HSV anscheinend „zu gut“ unter Christian Titz, dem dritten Trainer in dieser Saison. „Sie verteidigen auch nach vorne, und die Jungs vorne sind gut am Zocken“, hat der „Hoffe“-Trainer ausgemacht. Warnung genug sollte das Hinspiel in Hamburg sein, das die TSG mit 0:3 verlor – damals allerdings geschwächt durch die Reise nach Braga und dem dortigen Ausscheiden aus der Europa League.

Nach ein bisschen Darben und Dümpeln haben die Hoffenheimer nun wieder voll Kurs auf Europa genommen. Seit sechs Spielen ist die TSG ungeschlagen. Ein Garant für den Aufschwung ist Serge Gnabry, der im letzten Saisondrittel nun so in Schwung gekommen ist, wie man sich das in Hoffenheim von Beginn an erhofft hatte. „In der Hinrunde hatte er viele muskuläre Probleme, und wir haben ihn unter der Woche im Training oft geschont. Doch das war der falsche Ansatz“, sagte Nagelsmann selbstkritisch. Nun gebe er in jeder Einheit Vollgas, berichtete sein Trainer. Geholfen haben dem Stürmer, der am Saisonende definitiv seine Leihe beenden und zum FC Bayern zurückkehren wird, die Hilfen des Trainers in Sachen Freilaufen und „Orientierung im Raum“. Sturmpartner Mark Uth ist aufgrund der fünften Gelben Karte für das HSV-Spiel gesperrt. Weiter fehlt Dennis Geiger verletzt.

Und wie ernst Nagelsmann die Planungen für die neue Saison tatsächlich vorantreibt, unterstreicht dann diese Aussage mit Blick auf die frühe Europa-League-Qualifikation: „Ich würde die Vorbereitung nicht früher beginnen, weil bei einem eventuellen Ausscheiden der Spannungsabfall bis zur Bundesliga zu groß wäre.“