1899 Hoffenheim

Fußball Hoffenheims Trainer geht mit 27 Spielern in die Rückrunden-Vorbereitung / Philipp Ochs vor Ausleihe

Nagelsmann verzichtet auf Wagner-Ersatz

Archivartikel

Zuzenhausen.Der Wechsel von Nationalstürmer Sandro Wagner bleibt bei der TSG 1899 Hoffenheim ohne Folgen. „Wir haben genug gute Spieler und werden nicht mehr tätig werden“, sagte Trainer Julian Nagelsmann zum Trainingsauftakt des Fußball-Bundesligisten. Der 30-Jährige versammelte in Zuzenhausen 27 Profis zu einer eineinhalbstündigen Einheit. Nur U-21-Nationalspieler Philipp Ochs, der möglicherweise an einen anderen Club ausgeliehen wird, fehlte.

Sportchef Alexander Rosen bestätigte entsprechende Überlegungen, um Ochs mehr Spielpraxis zu geben. Wagner, der für etwa 12 Millionen Euro Ablöse beim Rekordmeister Bayern München künftig den Backup für Robert Lewandowski geben soll, war noch einmal Thema – obwohl der Angreifer bereits mit seinem neuen Arbeitgeber in die Vorbereitung nach Katar geflogen ist. Hoffenheim trägt den Verlust – vor allem mit Blick auf den Transfererlös – mit Fassung und sieht sich nicht unter Druck, schnell einen möglichen Nachfolger an Land zu ziehen.

„Wir haben mit Serge Gnabry, Mark Uth, Andrej Kramaric und Adam Szalai vier richtig gute Spieler auf der Position“, sagte Rosen. Zudem verwies er auf Talente wie David Otto, der nun im Profikader mittrainiert. Nagelsmann betonte, dass das Spiel seiner Mannschaft sehr variabel sei und „noch nie nur auf Sandro Wagner zugeschnitten war“.

Offen ist dennoch eine Personalie: Der von Nagelsmann sehr geschätzte Assistenztrainer Alfred Schreuder hat ein Angebot von Ajax Amsterdam, das Erik ten Hag zum Chefcoach gemacht hat. „Die familiäre Situation spielt da extrem mit rein“, sagte Nagelsmann über den Niederländer und dreifachen Familienvater und meinte schmunzelnd: „Alfred weiß, was er hier hat. Wenn’s zum Wechsel kommt, wird er auf der 460 Kilometer langen Rückfahrt weinen.“ Hoffenheim will Schreuder allerdings nur ziehen lassen, wenn sich ein adäquater Ersatz findet.

Ein neues Gesicht gab’s trotz fehlender Transfertätigkeiten: Der frühere Bundesliga-Profi Stefan Aigner (zuletzt 1860 München/zuvor Eintracht Frankfurt) trainiert bei der TSG mit, um sich fitzuhalten. Aigner steht in der Major League Soccer bei den Colorado Rapids unter Vertrag und überbrückt die Saisonpause in den USA.

Die Hoffenheimer verzichten vor dem ersten Spiel am 13. Januar bei Werder Bremen auf eine Reise in wärmere Gefilde. Nagelsmann muss zum Jahresbeginn keinen einzigen Verletzten beklagen und war mit der ersten Übungseinheit des Tabellenachten sehr zufrieden: „Wir haben richtig gut trainiert, auch sehr aggressiv. Jeder hat gesehen, dass wir in der Rückrunde was erreichen wollen.“ Ein Saisonziel wollte er nicht nennen, die Mannschaft habe es aber auf einem Zettel festgehalten. Von Mäzen Dietmar Hopp gebe es eine Punktevorgabe – „mit 45 gibt er sich nicht zufrieden“, verriet Nagelsmann nur. dpa