1899 Hoffenheim

Stolzer Hoffenheim-Trainer Schreuder darf auf Clubrekord hoffen

Köln/Zuzenhausen.Ganz gelassen geht die TSG 1899 Hoffenheim in die Länderspielpause. Mit dem 2:1 am Freitagabend beim 1. FC Köln und dem fünften Sieg hintereinander haben sich die Kraichgauer in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga geschlichen. Nach dem Abgang von Startrainer Julian Nagelsmann ist der Club bundesweit etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung gerutscht, doch sportlich läuft es unter Nachfolger Alfred Schreuder inzwischen bestens. Jetzt winkt sogar ein Clubrekord.

"Ich bin sehr stolz. Es freut mich riesig für die Mannschaft, für den ganzen Verein", sagte der 47 Jahre alte Niederländer, der einen schwierigen Start hatte. "Die Jungs machen einfach einen sehr guten Job. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, wehren sie sich brutal und halten zusammen."

Der Erfolg in Köln kam zwar etwas glücklich und erst durch einen verwandelten Elfmeter von Jürgen Locadia in der achten Minute der Nachspielzeit zustande, doch die Aussichten sind prächtig für die TSG: Zum nächsten Heimspiel kommt am 24. November mit dem FSV Mainz 05 die derzeitige Schießbude der Liga. Mit dem fünften Erfolg in Serie hat Schreuders Team den Vereinsrekord von 2008 unter Ralf Rangnick und von 2016 unter Nagelsmann bereits eingestellt. Gegen die angeschlagenen Rheinhessen kann es eine neue Bestmarke geben.

Danach trifft Hoffenheim - ebenfalls in Sinsheim - auf Fortuna Düsseldorf. Gegen Spitzenteams beweisen kann sich das Schreuder-Team am 7. Dezember in Leipzig beim Wiedersehen mit Nagelsmann und beim vorweihnachtlichen Duell gegen Borussia Dortmund am 20. Dezember. Dazwischen heißen die Gegner FC Augsburg (auswärts) und Union Berlin (zuhause).

"Wir müssen jetzt so weitermachen und nicht über Rekorde nachdenken. Einfach jede Woche das Spiel gewinnen!", empfahl Locadia. Schreuder war die Freude über den nächsten Sieg deutlich anzusehen ("Das tut mir schon gut"), aber natürlich warnte er: "Das ist keine Zeit für Euphorie. Einfach weitermachen so... Wir wollen eigentlich noch viel mehr." In dieser Form ist Hoffenheim - trotz vieler namhafter Abgänge im Sommer - ein Kandidat für die internationalen Plätze.

"Unsere Siegermentalität ist einfach super. Wir wollen immer gewinnen", erklärte Sargis Adamyan, der den Ausgleich erzielt hatte. Der Armenier muss wegen einer Oberschenkelverletzung nun aber mindestens zwei Wochen pausieren. "Sechs Siege nacheinander - fünf davon in der Bundesliga - daran wollen wir in zwei Wochen anknüpfen", kündigte Mittelfeldspieler Sebastian Rudy an, ehe er sich zur deutschen Nationalmannschaft aufmachte.

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