1899 Hoffenheim

Fußball Julian Nagelsmanns berufliche Zukunft gibt dem TSG-Heimspiel gegen Leipzig die Würze

Stresstest für Hoffenheim

Archivartikel

Zuzenhausen.Julian Nagelsmann würde vor und nach Spielen am liebsten ausschließlich über Fußball sprechen – und das ausführlich und dezidiert. Gestern, bei der turnusmäßigen Presserunde vor Bundesliga-Heimpartien, ging das allerdings nicht. Das lag an der Konstellation der morgigen Spielpaarung. Da trifft Nagelsmann mit der TSG Hoffenheim um 15.30 Uhr auf Rasenballsport Leipzig – dessen Coach er ab dem 1. Juli 2019 sein wird. Und nicht nur das: In Leipzig ist momentan mit Ralf Rangnick der Mann Trainer, der die TSG zwischen 2006 und 2008 von der Regionalliga in die Bundesliga führte und der in seiner Funktion als Sportdirektor bei RB den „Deal“ mit Nagelsmann einfädelte.

„Nichts“, sagte Nagelsmann schlicht auf die Frage, was diese Gemengelage für ihn bedeute und fügte schlagfertig an: „Diese Konstellation gab es schon oft, dass ein Trainer gewusst hat, dass er in der kommenden Saison beim Gegner Trainer sein wird. Der Unterschied ist nur, dass es keiner wusste.“ Er hatte seinen Wechsel nach Leipzig bereits im Juni verkündet und versicherte nun erneut, dass er seit der Vertragsunterzeichnung in Leipzig keinen Kontakt mehr zu Rangnick gehabt habe. Nachdem, wie sich der 31-Jährige bisher in der Bundesliga präsentiert hat, kann man ihm das auch glauben.

Kein Kontakt zu Rangnick

„Ich verdiene hier mein Geld“, sagte Nagelsmann. Interessant wird es dann aber im nächsten Frühjahr, wenn RB Leipzig den Kader für die Saison 2019/2020 zusammenstellen will… Über Fußball gesprochen wurde dann doch noch: Rasenballsport stand schon immer für Power- und Pressing-Fußball. Der TSG-Trainer sieht diese Vorgehensweise seit der Amtsübernahme von Ralf Rangnick kaum verändert – im Gegenteil: „Vielleicht ist die Art sogar noch ein bisschen radikaler geworden“, glaubt der TSG-Trainer. Man müsse, so seine Einschätzung, vor allem während der ersten 30 Minuten den „Stress aushalten“, den der Gegner verursache. Man müsse das Spiel so lange wie möglich offen halten, „dann werden wir Räume bekommen. Es wird viele Räume geben, die wir bespielen können“.

In diesem Bezug sei es auch ein Vorteil, dass die TSG in dieser Englischen Woche einen Tag länger Pause habe und nicht reisen müsse. Dazu könnte Kerem Demirbay als frische Kraft in den Kader zurückkehren. Er wurde gestern auf „Spieltauglichkeit“ getestet.

Ach ja, und das verriet Nagelsmann dann doch: „Peter Fox sucht ein Haus am See, nicht ich. Ich habe bereits eine Wohnung.“ Der Leipziger Boulevard hatte von solch einer Haus-Suche berichtet.