1899 Hoffenheim

Fußball Hoffenheim geht mit großer Zuversicht ins Heimspiel am Sonntag gegen den Europa-Rivalen VfL Wolfsburg

TSG „sprudelt vor Freude“

Archivartikel

Zuzenhausen.Gelöst und bester Laune plauderte Trainer Julian Nagelsmann über den Gardasee, eine Alpenüberquerung und sein Talent beim Hochsprung. Für den 31 Jahre alten Cheftrainer der TSG 1899 Hoffenheim läuft es wenige Wochen vor seinem Wechsel zu RB Leipzig wieder prächtig. Ein finales Ziel im Kraichgau hat Nagelsmann längst ausgegeben: der internationale Wettbewerb, wenn möglich noch einmal die Königsklasse. „Es ist ein Wunsch, dass wir in die Champions League kommen. Es ist toll, wie unsere Mannschaft das gerade macht. Sie sprudelt vor Freude“, sagte der Trainer.

Zuletzt präsentierte sich die TSG in Hochform und schoss sich mit 15 Toren bei vier Siegen wieder in Richtung Bundesliga-Spitzengruppe. „Wir sind alle glücklich, dass es aktuell so läuft. Aber wir müssen jetzt auch bis zum Ende durchziehen. Der Abschied wird schwer, aber ich habe den inneren Drang, es positiv zu Ende zu bringen“, sagte Nagelsmann, der im vergangenen Sommer forsch die Meisterschaft als Ziel formuliert hatte und auch in seinen letzten Wochen in Hoffenheim vor Ehrgeiz nicht zu bremsen ist.

Joelinton-Rückkehr möglich

Das Bundesliga-Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (15.30 Uhr) wird so zur Chance, den ersten Europa-Rivalen endgültig zu distanzieren und einen weiteren großen Schritt zum neu formulierten Saisonziel internationales Geschäft zu machen. „Wir haben mehr zu gewinnen als zu verlieren“, sagte Nagelsmann mit Blick auf die Tabellenkonstellation, bei der seine Mannschaft lange Zeit nur Verfolger war. Das überragend aufgelegte Sturmduo Andrej Kramaric und Ishak Belfodil soll dabei weiter für die Tore sorgen, die ohne den verletzten Joelinton (Knöchelverletzung) zu fehlen drohten. Dem Brasilianer machte der Coach Hoffnung. „Ich gehe davon aus, dass er nochmal spielt in dieser Saison“, sagte Nagelsmann. Möglich sei das Comeback zum Beispiel am letzten Spieltag in Mainz. Sonst hat der Trainer in Hoffenheim seine Startelf gefunden, die er in dieser Woche nur durch die Gelb-Sperre für Mittelfeldmann Kerem Demirbay verändern muss. „Natürlich wäre es besser, wenn er dabei wäre. Danach hat er noch drei Spiele, in denen er der Saison weiter den Stempel aufdrücken kann“, sagte Nagelsmann.

Denkbar scheint eine Aufstellung mit Adam Szalai als drittem Stürmer oder Leonardo Bittencourt, der Demirbay positionsgetreu ersetzen würde. Dem Einsatz von Kevin Vogt (Schleimbeutelentzündung) steht nichts im Weg. Vom Endstand dieser Saison (Champions League, Europa League oder gar nichts) dürfte auch die Kaderzusammensetzung im ersten Jahr unter Nagelsmann-Nachfolger Alfred Schreuder abhängen. Vize-Weltmeister Kramaric kann sich einen längerfristigen Verbleib in Hoffenheim vorstellen. „Ich bin glücklich hier und will für diesen Club weiter Tore schießen und vorbereiten. Ich hätte nichts dagegen, meine Karriere hier bei Euch zu beenden“, sagte der 27 Jahre alte Kroate dem Vereinsmagazin „Spielfeld“.

Kramaric ist mit 49 Toren inzwischen Rekord-Torjäger bei Hoffenheim und überholte damit Sejad Salihovic, der zuvor mit 46 Treffern an der Spitze stand.

Sportchef Alexander Rosen sieht den Kroaten, der bis 2022 an die TSG gebunden ist, inzwischen als „internationalen Star“ und hielt fest: „Hoffenheim und Kramaric, das ist ein ‘Perfect Match’.“