1899 Hoffenheim

Fußball TSG Hoffenheim ohne Existenzangst in der Corona-Krise / Training bleibt ausgesetzt

„Wir haben wirtschaftlich keinen unendlichen, aber einen langen Atem“

Archivartikel

Zuzenhausen.Der Platzwart vertikutierte am Dienstagvormittag den Rasen im Trainingszentrum der TSG Hoffenheim, doch von normalem Betrieb ist auch Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim angesichts der Corona-Krise weit entfernt. Maximal 20 Mitarbeiter sind momentan zeitgleich vor Ort. Dazu gehört Manager Alexander Rosen, der sich in einer Telefon-Konferenz zur Situation des Clubs äußerte.

„In der Mannschaft und im direkten Umfeld gibt es keinen Corona-Verdachtsfall“, berichtete der Sportchef. „Das Teamtraining ist auch für diese Woche ausgesetzt, die Profis können aber in Kleinstgruppen von ein bis zwei Spielern in bestimmten Zeitfenstern hier trainieren.“

Für einen möglichen Saisonabbruch sieht Rosen die TSG wirtschaftlich gut gerüstet. „Wir sind für dieses Szenario, das in keinster Weise wünschenswert wäre, ohne Fremdkapital oder Zuschüsse so aufgestellt, dass wir auch das überstehen könnten“, betonte der 40-Jährige, schränkte für den Fall einer Zwangspause über den Sommer hinaus aber ein: „Wir haben wirtschaftlich keinen unendlichen, aber einen langen Atem.“ Die TSG erzielte in der Saison 2018/19 – auch durch hohe Transfererlöse – nach eigenen Angaben einen Umsatz von knapp 164 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von mehr als 18 Millionen Euro.

Kurzarbeit ist für die Mitarbeiter in Zuzenhausen „aktuell kein Thema“. Auch die Debatte um einen Gehaltsverzicht bei den Profis müsse man laut Rosen „nicht unter Druck aufmachen“.

Drei Spielerverträge laufen aus

In Sachen Kaderplanung sehen sich die Hoffenheimer gut aufgestellt. Lediglich die Verträge der Ersatztorhüter Michael Esser und Alexander Stolz sowie von Schalkes Leihgabe Sebastian Rudy laufen aus. „Auch wenn wir die Transferausgaben extrem reduzieren müssten, hätten wir eine wirklich schlagkräftige Truppe“, unterstrich Rosen und verwies zudem auf zurückkehrende Leihspieler und Talente aus der eigenen Akademie.

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