Adler Mannheim

Am Sonntag gegen Schwenningen

Adler-Torhüter: Brückmann, der stille Genießer

Mannheim.Er wäre nach dem Sieg in die Fankurve gefahren und hätte die Welle auf die Reise durchs Rund geschickt. Die Anhänger hätten ihn mit Sprechhören gefeiert und zum Shutout gegen Berlin beglückwünscht. Felix Brückmanns Comeback im Adler-Trikot nach mehr als sechs Jahren war beim 3:0 gegen die Eisbären am Donnerstag zwar von Erfolg gekrönt – ohne Zuschauer fiel die große Party aber aus. „Wir vermissen die Fans sehr. Ich möchte mich an dieses merkwürdige Gefühl in einem leeren Stadion gar nicht gewöhnen“, sagte Brückmann nach dem ersten Mannheimer Sieg beim MagentaSport Cup, dem am Sonntag (14 Uhr) gegen die Schwenninger Wild Wings der zweite folgen soll.

Die Mannschaft von Trainer Pavel Gross machte gegen Berlin im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen München (2:3) einen Schritt nach vorn – das erkannte auch Brückmann: „Wir haben die neutrale Zone gut zugemacht. Ich hatte sehr viel Spaß“, betont der Nationaltorhüter, der 2014 von Mannheim nach Wolfsburg gewechselt war und im Sommer zurückkehrte. Brückmann profitierte gegen Berlin davon, dass es für ihn nicht das erste Pflichtspiel der Saison war. Beim Deutschland Cup in Krefeld hatte er unter anderem beim 2:0 gegen Lettland seinen Kasten sauber gehalten und sich beim 7:2-Auftakterfolg gegen das Top Team Peking den Job zwischen den Pfosten mit Mathias Niederberger geteilt. „Durch die Woche bei der Nationalmannschaft war ich schon ein wenig im Wettkampfmodus. Ich habe mich gleich richtig gut gefühlt“, sagt er. Vor allem in der 53. Minute zeigte der 29-Jährige seine ganze Klasse. Wer weiß, welchen Verlauf die Partie genommen hätte, wenn den Eisbären der 1:2-Anschlusstreffer gelungen wäre? Doch erst behielt Brückmann gegen Lukas Reichel die Oberhand, dann entnervte er Marcel Noebels. Den Shutout wollte Brückmann aber nicht überbewerten, er hielt es lieber mit seinem ehemaligen Lehrmeister Freddy Brathwaite. Der hatte mal gesagt, dass die Siege seiner Mannschaft die einige Statistik seien, die ihn interessierten. „Da kann ich Freddy nur zustimmen“, betont Brückmann.

Coach Gross weiß, dass zwei Goalies im Kader stehen, auf die er sich voll und ganz verlassen kann. „Felix zeichnet seine Ruhe aus, die er im Tor ausstrahlt. Er und Dennis sind fleißige Arbeiter und gute Menschen“, sagt der 52-Jährige, der auf einen gesunden Konkurrenzkampf setzt: „Es ist wichtig, dass sich beide puschen und die Mannschaft davon profitiert.“ Brückmann hatte die Adler nach den Play-offs 2014 verlassen und sich in Wolfsburg weiterentwickelt. Gross kennt und schätzt den eher ruhigen Typen aus gemeinsamen Grizzly-Tagen. Dass Gross seit der Saison 2018/19 in Mannheim das Zepter schwingt, war mit ein Grund für Brückmanns Rückkehr. „Ich kenne das Umfeld der Adler, das hilft mir sehr“, sagt der 29-Jährige, der in Brühl heimisch geworden ist. „Andere Adler-Spieler wohnen in der Nachbarschaft, ich habe mich gut eingelebt“, betonte der Goalie. Brückmann freut sich auf die Zusammenarbeit mit Dennis Endras.
„Wir verstehen uns gut, haben Spaß im Training. Wir gehen fair in diesen Zweikampf“, sagt der Mann mit der Rückennummer 90. Dass Brückmann überhaupt wieder zwischen den Pfosten stehen kann, grenzt an ein Wunder. Wegen einer schweren Hüftverletzung mit anschließender Operation verpasste er eine ganze Saison. Seit einem Jahr steht er aber wieder im Rampenlicht der DEL-Stadien. Das nötigt auch Björn Krupp Respekt ab, der mit Brückmann für Wolfsburg spielte: „Er hat wie ein Tier an seinem Comeback gearbeitet und ist mega-gut zurückgekommen.“ Dass er gegen Berlin ohne Gegentor blieb, wollte Brückmann nicht überbewerten, er ist eher ein stiller Genießer: „Es fühlt sich gut an, wenn man keinen Treffer kassiert. Das kann man aber nicht planen, es passiert einfach.“ 

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