Adler Mannheim

Adler Mannheim Publikumsliebling startet Karriere nach der Karriere

Arendts erste Schritte "auf der anderen Seite"

Archivartikel

Mannheim.Ronny Arendt (Bild) gibt seine Anweisungen in ruhigem Ton. Der 36-Jährige mahnt die richtige Ausführung der Übungen an - und verteilt Lob. "Das schaut gut aus, Männer", ruft er den Jungs zu, die bis vor wenigen Monaten teilweise noch seine Teamkollegen waren.

Sinan Akdag wuchtet gerade einige Kilogramm in die Höhe, Arendt steht daneben und korrigiert die Fußstellung des Verteidigers. "Bislang habe ich noch nicht viele Widerworte bekommen. Blöde Sprüche werden noch kommen", sagt Arendt und lacht beim Gedanken daran.

Noch im März griff der in Bad Muskau geborene Außenstürmer für die Adler an, bei der entscheidenden Niederlage im siebten Viertelfinale gegen Berlin versenkte Marcus Kink seine Vorlage zum 1:0 im Netz. Nach dem bitteren Saison-Aus beendete Arendt seine Karriere, die ihn im Jahr 2005 von den Augsburger Panthern nach Mannheim geführt hatte. Arendt, den die Fans liebevoll "Hooligan" rufen, blieb seinem Club aber treu. Mit Martin Müller arbeitet er als Athletiktrainer für die Adler, vor der Saison packte Arendt beim Umbau der Adler-Kabine ordentlich zu: "In Absprache mit Physiotherapeut Michael Ludwig habe ich ausgemistet, damit die Spieler mehr Platz haben."

Arendt ergänzt sich gut mit Müller. Während die langjährige Nummer 57 der Adler sich vor allem dem Kraft-Aspekt annimmt und seine Erfahrung als Crossfit-Trainer einbringt, kommt sein Kollege von der Leichtathletik. "Natürlich kann man nicht jedes Jahr das Rad neu erfinden. Mir ist es aber wichtig, dass die Jungs frisch im Kopf bleiben", verfolgt Arendt neue Ansätze.

Ende Juni gingen die Adler zum ersten Mal aufs Eis - ohne Arendt. "Mal sehen, wann ich das erste Mal Wehmut verspüre", sagt er. Noch genießt er es, auf der anderen Seite zu stehen und die Jungs nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. 

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