Adler Mannheim

Daniel Hopp: „Wir konzentrieren uns auf die laufende Saison“

Mannheim.Die Mannheimer Adler haben bei einer Pressekonferenz in der SAP Arena Bill Stewart als Trainer offiziell vorgestellt. Stewart freut sich auf die Aufgabe: "Die Adler sind ein gutes Hockey-Team", sagte der 60-Jährige, der jedoch Raum für Verbesserung in der Mannschaft sieht. Da er in der Saison bereits in Straubing gearbeitet habe, konnte er die Entwicklung der Liga und auch der Adler beobachten. Der neue Coach hat ambitionierte Ziele: "Ich will jedes Spiel gewinnen".

Unterstützt werden soll Stewart vom früheren, langjährigen Adler-Manager Marcus Kuhl. Ex-Nationalspieler Kuhl solle dabei nicht als Sportmanager, sondern als Teamleiter agieren und dabei Trainer Stewart "den Rücken freihalten". Auf ausdrücklichen Wunsch von Stewart soll sich Kuhl um alle Belange "der Mannschaft und der Kabine" kümmern. 

„Eishockey ist ein ‘day-to-day-business‘”, sagte Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp. Mit Bill Stewart als Trainer konzentriere sich der Verein vorerst auf die laufende Saison.  Nach der Entlassung von Teal Fowler habe die Suche nach einem Manager höchste Priorität. Diese Personalie habe eine extrem wichtige und strategische Bedeutung. "Wir wollen den Bestmöglichen, aber nicht den Schnellstmöglichen", betonte Hopp. 

"Ich habe keinen anderen Weg gesehen, als diesen radikalen Schritt zum Wohle des Vereins zu gehen", sagte er. Die Niederlage in Straubing am vergangenen Sonntag habe "das Fass zum Überlaufen gebracht" und letztlich zur Freistellung von Trainer Sean Simpson, Manager Teal Fowler und Co-Trainer Colin Müller geführt. Nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Auftreten der Mannschaft habe nicht gepasst. Die Trennung von Trainer und Manager sei eine Zäsur, so Hopp. Dadurch habe der Verein die Möglichkeit, viele Dinge zu hinterfragen und mit neuen Ideen in die Zukunft zu gehen.

Alter und neuer Trainer hat bewegte Geschichte in Mannheim 

Bill Stewart übernimmt ab sofort und bis zum Ende der Saison das Amt des Trainers, hatte der Verein bereits am Montag mitgeteilt. Der 60-jährige Kanadier war zuvor Coach bei DEL-Konkurrent Straubing und dort im Oktober freigestellt worden.  Der ehemalige Verteidiger war bereits von 2000 bis 2004 Trainer der Adler und holte im Jahr 2001 die Deutsche Meisterschaft nach Mannheim. 


Bill Stewart hat eine bewegte Geschichte hinter sich, galt er doch gerade in seinen ersten Mannheimer Jahren von 2000 bis 2004 als eine der schillerndsten Figuren in der DEL, die mit einigen grenzwertigen Vorfällen von sich reden machte und nach diesen turbulenten Jahren die wenig freundlichen Spitznamen „Psycho Bill“ oder „Kill Bill“ erhielt. "Ich kenne meine Spitznamen. Ob ich nach der Saison einen anderen haben werde, wird die Zeit zeigen", sagte Stewart bei der Pressekonferenz. 

Beispielsweise prügelte sich Stewart im März 2001 als Trainer der Adler Mannheim im Playoff-Viertelfinale mit Berlins Co-Trainer Pavel Gross. Im Finale täuschte er gegen München einen Schwächeanfall hinter der Bande vor, um Stürmer Jan Alston mehr Zeit beim Schlittschuhschleifen zu verschaffen. 

Am Montag hatten die Adler mitgeteilt, dass sie sich von Chefcoach Sean Simpson, Co-Trainer Colin Müller und Manager Teal Fowler trennen. Mit dieser Entscheidung habe die Clubführung auf die bislang durchwachsene Saison reagiert. Teal Fowler war mehr als zehn Jahre bei den Adlern und arbeitete als Co-Trainer, Trainer und zuletzt als Manager. Jochen Hecht bleibt Co-Trainer. 

Nach 28 Spielen stehen die Adler auf Rang sieben der Tabelle in der Deutschen Eishockey Liga. Nur die besten sechs Teams der Hauptrunde kommen in die Playoffs. (dls/mik/dpa)  

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