Adler Mannheim

Eishockey Marcel Goc und Patrick Reimer beenden ihre internationale Karriere / DEB-Chef Franz Reindl und Bundestrainer Marco Sturm zollen Respekt

„Immer eine Ehre, für Deutschland zu spielen“

Mannheim/München.Das Eishockey-Silberteam von Pyeongchang verliert auf einen Schlag zwei seiner jahrelangen Stützen und ist in seiner Olympia-Zusammensetzung endgültig Geschichte. Kapitän Marcel Goc (Adler Mannheim) und Torjäger Patrick Reimer (Nürnberg Ice Tigers) erklärten eineinhalb Monate nach dem größten Erfolg der deutschen Eishockey-Geschichte ihren Rücktritt aus dem Nationalteam und folgten damit Star-Verteidiger Christian Ehrhoff, der im März sogar sein Karriereende verkündet hatte. Bundestrainer Marco Sturm wird damit bei der anstehenden WM (4. bis 20. Mai) zum Umbruch und Neuaufbau gezwungen.

Immerhin kann der Erfolgscoach bei der Weltmeisterschaft in Dänemark auf NHL-Jungstar Leon Draisaitl und Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg bauen. Das Sensationsteam der Winterspiele aber wird bei Pflichtspielen nie mehr gemeinsam auf dem Eis stehen. Sowohl Goc als auch Reimer waren Erfolgsgaranten und dauerhafte Leistungsträger.

„Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da ich die Zeit in der Nationalmannschaft seit meinem Debüt im Jahr 2000 sehr genossen habe. Ich habe lange überlegt und bin letztlich zu dem Entschluss gekommen einen klaren Schnitt zu machen. Es war mir immer eine Ehre für Deutschland zu spielen und das „C“ auf der Brust tragen zu dürfen“, sagte Goc.

Debüt vor 18 Jahren

Über ein Jahrzehnt war der 34-Jährige in der NHL für verschiedene Vereine unterwegs, mit seinem Aus im DEB-Team endet eine Ära. „Ich bedanke mich auch bei meiner Familie und meiner Frau Susanne die mich immer unterstützt haben, auch in schweren Zeiten wie den Verletzungen. Es ist jetzt nach dem Gewinn der Silbermedaille der richtige Zeitpunkt für mich gekommen. Ich wünsche den Jungs und Marco Sturm nur das Beste. Ich werde immer Fan dieses Teams bleiben“, erklärte Goc. „Er wird der Nationalmannschaft als Leader fehlen“, sagte Verbandspräsident Franz Reindl.

Wer Goc, der seit 2015 wieder für Mannheim spielt, als Spielführer folgt, blieb offen. Der Stürmer bestritt 112 Länderspiele und tritt auf dem Höhepunkt seiner DEB-Laufbahn ab, auch wenn die Krönung in einem packenden Finale gegen die Olympischen Athleten aus Russland ausblieb. „Ein Spieler und Mensch seines Formats ist schwer zu ersetzen“, lobte Trainer Sturm. Goc sei immer ein Vorbild gewesen, „auf und neben dem Eis“.

Reimer ist im Dress der Nürnberger seit Jahren einer der überragenden Stürmer in der DEL und gehört auch im Nationalteam zu den Leistungsträgern. Beim russischen Siegtor im Olympia-Finale saß der 35-Jährige auf der Strafbank, danach war er zunächst untröstlich. Für Sturm, dem als Macher ein Großteil der sensationellen Silbermedaille in Südkorea zugesprochen wurde, steht nun ein Umbruch bevor.

Mit Ehrhoff, Reimer und Goc fallen ihm nicht nur drei Leistungsträger weg, sondern auch tonnenweise Erfahrung. Neben dem Trio muss der Bundestrainer bei der anstehenden WM auch auf den Kölner Felix Schütz (private Gründe) und den Mannheimer David Wolf (verletzt) verzichten. „Die Nationalmannschaft steht insbesondere nach einem olympischen Zyklus immer vor großen Herausforderungen zur Neuformierung. Die neuen Generationen und Marco Sturm werden alles daran setzen, die entstandenen Lücken zu füllen“, war sich Franz Reindl sicher. dpa