Adler Mannheim

Eishockey Adler-Trainer Pavel Gross fordert für das Spiel in Wolfsburg am Freitag Leistungssteigerung und Torhunger

Mit eigenen Waffen geschlagen

Archivartikel

Mannheim.Es sind insbesondere zwei Aussagen, die von allen Beteiligten vor den Spielen der Deutschen Eishockey Liga gebetsmühlenartig wiederholt werden: „Die Liga ist extrem eng“ lautet die eine, „jeder kann jeden schlagen“ die andere. Dass selbst in diesen Phrasen ein Körnchen Wahrheit steckt, gab es im Duell des Spitzenreiters Adler Mannheim beim Kellerkind Schwenninger Wild Wings zu bestaunen.

Zwar war die Mannschaft von Trainer Pavel Gross angesichts der jüngsten Erfolge der Schwarzwälder unter ihrem neuen Coach Paul Thompson gegen Meister München sowie gegen Nürnberg und Wolfsburg natürlich gewarnt, dass die Blau-Weiß-Roten aber mit einem 0:4 die nächtliche Heimreise in die Quadratestadt antreten mussten, hatten die wenigsten erwartet.

Im zweiten Drittel kalt erwischt

Gross bestätigte auf Nachfrage, dass Schwenningen seine Mannschaft mit ihren eigenen Waffen – aggressives Forechecking und schnelles Umschalten von Defensive auf Offensive – geschlagen habe. „Das trifft absolut zu“, zeigte sich der ehrgeizige Trainer als fairer Verlierer. „Die Wild Wings haben mehr investiert. Sie wollten diesen Sieg mehr als wir, deshalb haben sie verdient gewonnen – auch in dieser Höhe.“

Den Adlern gelang es in Schwenningen vom Start weg nicht, ihre Stärken auszuspielen, mit zunehmender Spieldauer wurden stattdessen die Hausherren immer selbstsicherer, so dass die Mannheimer mit dem 0:0 zur Pause noch gut bedient waren.

Richtig kalt wurden die Kurpfälzer zu Beginn des zweiten Drittels erwischt. Innerhalb von fünf Minuten schraubten Andreé Hult (21. und 25.) sowie Simon Danner (23.) das Ergebnis auf 3:0. Drei Sekunden vor Schluss gelang dann Anthony Rech mit dem Schuss ins leere Tor das 4:0. „Da haben wir einfach zu wenig gemacht, zu wenig investiert. Es läuft nicht immer so wie beim knappen Sieg in Bremerhaven, wo wir einen Rückstand aufgeholt haben. In Schwenningen waren wir nicht zielstrebig genug“, war Gross der Ärger über die verlorenen drei Punkte dann doch deutlich anzumerken. „Wenn man kein Tor schießt, hat das seine Gründe. Wir haben direkt vor dem Tor nicht hart genug gearbeitet, nicht genügend Schüsse abgegeben“, nannte der 50-Jährige weitere Gründe für das zweite Spiel in dieser Saison, aus dem die Adler ohne einen Punkt gegangen sind. Anfang Oktober hatten die Mannheimer ein 1:4 in Berlin quittieren müssen.

Lob für Debütant Soramies

Welche Lehren Gross aus der Niederlage zieht? „Die Frage ist, wie wir uns auf die nächste Partie vorbereiten. Wir müssen das spielen, was uns stark macht. Auf unser Talent allein verlassen, dürfen wir uns nicht“, gab der Trainer als Marschrichtung für das Duell mit seinem langjährigen Arbeitgeber Grizzlys Wolfsburg am Freitag (19.30 Uhr) vor.

„In Wolfsburg wird es wie gegen Bremerhaven und Schwenningen werden – wir müssen entschlossen arbeiten. Für diese Mannschaften erhöht jeder Sieg die Chance auf die Play-off-Teilnahme“, rechnet der Coach mit „einfachem, aber hartem Eishockey. Wir müssen unser Talent und unsere Fähigkeiten ausspielen – es geht um einen dreckigen Sieg“, macht sich Gross nichts vor.

Ob er gegen die Grizzlys Samuel Soramies zu seinem zweiten DEL-Einsatz verhilft, ließ der Trainer offen. „Sein Debüt ausgerechnet im Derby in Schwenningen war nicht einfach. Aber er hat seine Sache gut gemacht“, lobte Gross den 20-jährigen Stürmer. Der Förderlizenzspieler gab nach der Begegnung zu, dass er „vor dem Spiel angespannt war, aber ich bin gleich bei meinem ersten Wechsel gut in die Partie gekommen, auch wenn das hohe Tempo schon eine Umgewöhnung war. Die Jungs haben mich bestens aufgenommen.“

Zum Thema