Adler Mannheim

Mit Pokal am Rosengarten

Archivartikel

Pavel Gross hat ein feines Gespür für das Innenleben seiner Mannschaft. Nach dem 5:2-Sieg gegen Wolfsburg griff der Adler-Trainer zum Mikrofon und holte zu einem Weckruf aus. Einerseits prangerte er die seiner Meinung nach zu hohe Erwartungshaltung im Umfeld an, andererseits äußerte er einen Satz, der nach dem 1:6-Debakel bei den Schwenninger Wild Wings noch einmal anders in den Ohren klingelt: „Manche laufen vielleicht noch mit dem Pokal über dem Kopf am Rosengarten.“

Klar: In der DEL ist erst ein Saisonviertel absolviert, und für die Mannheimer sind außer Rekordjäger München noch alle Teams in greifbarer Nähe. Zudem hat der Deutsche Meister das Achtelfinale in der Champions League souverän erreicht. Dennoch lassen sich mentale Probleme nicht wegdiskutieren.

Die Adler müssen den Anspruch haben, gegen das kriselnde DEL-Schlusslicht zu gewinnen. Schwenningens Selbstvertrauen lag nach sechs Niederlagen in Folge mit nur neun erzielten Toren am Boden. Doch statt nach einer Führung die Zweikämpfe anzunehmen und hart für den Sieg zu arbeiten, nahmen die Mannheimer die Partie offensichtlich auf die leichte Schulter. Sie ließen sich ein ums andere Mal auskontern, räumten vor dem eigenen Kasten nicht einmal halbherzig auf und verstrickten sich in Disziplinlosigkeiten. Im Wissen um die Schwäche in Unterzahl war das ein Schuss ins eigene Knie.

Kein einziger Spieler stemmte sich gegen das Desaster. Um zu Gross’ Eingangszitat zurückzukommen: Das Wort „vielleicht“ kann aus diesem getrost gestrichen werden.

Zum Thema