Adler Mannheim

Adler Mannheim Ex-Adler arrangiert sich mit frühem Karriereende

Papineaus Liebe zum Spiel bleibt

Archivartikel

Mannheim.Es sind Bilder, die man nie vergisst. Teal Fowler kann sich an die schreckliche Szene, die die Eishockey-Profikarriere von Justin Papineau (Bild) jäh beendete, noch gut erinnern. "Diese Geschichte hat alle im Club lange beschäftigt, aber natürlich war das vor allem für Papineau eine schwierige Zeit", erzählt der Adler-Manager.

Richtige Freude über das 6:2 an jenem schicksalhaften 15. Oktober 2010 kam im Mannheimer Lager nicht auf. Die Mannschaft des damaligen Trainers Harry Kreis hatte den Dreier teuer bezahlt. Die verhängnisvolle Szene ereignete sich in der 24. Minute, Fowler schildert sie so: "Papineau fuhr einen Konter mit Nathan Robinson. Während Papineau vors Tor stürmte, hat Robinson den Puck Richtung langen Pfosten geflippt, ein Ingolstädter Verteidiger hat ihn leicht abgefälscht. Papineau hat sich gedreht, um an die Scheibe zu kommen, hat auf Höhe der Torlinie das Gleichgewicht verloren und ist rücklings in die Bande gekracht."

Regungslos auf dem Eis

Der Mannheimer Physiotherapeut war zwar schnell beim Mittelstürmer. "Ansonsten hat es aber unheimlich lange gedauert, bis ihm geholfen wurde", erinnert sich Fowler. Papineau habe jedenfalls minutenlang regungslos auf dem Eis gelegen. Zu allem Überfluss wurde im Ingolstädter Krankenhaus zunächst eine falsche Diagnose gestellt. Erst später in Heidelberg wurde diese korrigiert und eine Fraktur des zwölften Brustwirbelkörpers festgestellt. Der damals 30-Jährige musste ein Korsett tragen, das seinen Körper vom unteren Rückenbereich bis zum Brustkorb stabilisierte. "Justin hat noch Glück gehabt, das war eine Millimetersache", sagt Fowler. Papineau kam nicht nur um ein Leben im Rollstuhl herum, er ließ auch nichts unversucht, auf das Eis zurückzukehren. Im August 2012 gab der Edeltechniker aber auf. "Der Schmerz, den ich jeden Tag verspüre, ist einfach zu groß", sagte er damals.

Die Adler vergaßen den Center nicht. Im August dieses Jahres ließen sie ihn einfliegen, Papineau berichtete nicht nur den jungen Spielern von seinem Schicksal. "Ich habe ihnen versucht zu erklären, dass man sich nicht nur auf das Eishockey konzentrieren darf, dass ein zweites Standbein unglaublich wichtig ist. Im Eishockey gibt es keine Garantie - das hat man bei mir gesehen", betont der heute 37-Jährige.

Obwohl Papineau seine Profikarriere früh beenden musste, ist er mit seinem Leben zufrieden. Während seine Frau als Lehrerin arbeitet, geht er in seiner Rolle als Hausmann auf. Mit Ex-Adler Dan McGillis spielt er in einer Hobbyliga Eishockey. "Dan ärgert sich nur, dass wir in einer Liga spielen, in der das Checken verboten ist", erzählt Papineau. Der 15. Oktober 2010 hat ihm vieles genommen, aber nicht alles - vor allem nicht die Liebe zum Spiel.

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