Adler Mannheim

Adler Mannheim

Play-offs 2015: 15 Spiele bis zum Titel

Archivartikel

43 Tage Play-offs, 43 Tage bis zum zwölften Sieg, dem entscheidenden. Für die Adler ist am 22. April eine lange Reise zu Ende gegangen. Sie begann am 11. März mit dem ersten Viertelfinale gegen Nürnberg - und endete im Konfettiregen von Ingolstadt. Von Christian Rotter

1. Viertelfinale:

Mittwoch, 11. März, Adler - Nürnberg Ice Tigers 2:1 (0:0, 2:1, 0:0)

Die Adler brauchen ein wenig Anlaufzeit, um nach der zehntägigen Pause nach dem Ende der Hauptrunde auf Betriebstemperatur zu kommen. Sie dominieren das erste Drittel nach Belieben (12:2 Schüsse), ein Tor will aber nicht fallen. Das ändert sich zu Beginn des zweiten Drittels. 22 Sekunden sind im mittleren Abschnitt gerade einmal gespielt, als Nürnbergs Torhüter Jochen Reimer den Puck zum ersten Mal aus dem Kasten fischen muss. Von Sinan Akdag hervorragend in Szene gesetzt, beweist Matthias Plachta seine Kaltschnäuzigkeit - 1:0. Jon Rheault erhöht auf 2:0 (25.), Nürnbergs bester Play-off-Torjäger Leo Pföderl verkürzt (38.). Mehr gelingt den Ice Tigers aber nicht mehr.

Tore: 1:0 Plachta (20:22), 2:0 Rheault (24:37), 2:1 Pföderl (37:43). - Schiedsrichter: Marcus Brill und Marian Rohatsch. - Zuschauer: 10 824. Strafminuten: Mannheim 6 - Nürnberg 8. - Stars des Spiels (gewählt von der Eishockey News): 1. Star: Jon Rheault (Mannheim), 2. Star: Denis Reul (Mannheim), 3. Star: David Printz (Nürnberg).

2. Viertelfinale

Freitag, 13. März, Nürnberg Ice Tigers - Adler 3:2 (1:2, 0:0, 2:0)

43 Torschüsse reichen nicht. Obwohl die Adler die Partie über weite Strecken bestimmen, verlassen sie das Eis als Verlierer, weil sie den Killerinstinkt vermissen lassen. Denis Reul bereitet den Mannheimer Führungstreffer von Kai Hospelt mit einer Energieleistung vor (4.). Nachdem Leo Pföderl in doppelter Überzahl ausgleicht (6.), findet Mannheim die richtige Antwort: Matthias Plachta netzt ein (19.). Bis ins letzte Drittel hat der knappe Vorsprung Bestand, ehe Tim Schüle (47.) und Corey Locke (58.) dem Spiel die entscheidende Wende verpassen. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Bislang hat nur der Sturm Rheault-Hospelt-Plachta getroffen; von den anderen muss mehr kommen!

Tore: 0:1 Hospelt (3:42), 1:1 Pföderl (5:44), 1:2 Plachta (18:28), 2:2 Schüle (46:04), 3:2 Locke (57:38). - Schiedsrichter: Simon Aicher und Lars Brüggemann. - Zuschauer: 8249. - Strafminuten: Nürnberg 6 - Mannheim 10. - Stars des Spiels: 1. Star: Jochen Reimer (Nürnberg), 2. Star: Yasin Ehliz (Nürnberg), 3. Star: Denis Reul (Mannheim).

3. Viertelfinale

Sonntag, 15. März, Adler - Nürnberg Ice Tigers 6:1 (2:1, 2:0, 2:0)

Nach der Niederlage bei den Ice Tigers ändert Trainer Geoff Ward die Aufstellung. Frank Mauer, der die ersten beiden Partien von der Tribüne aus verfolgen musste, spielt für Martin Buchwieser im Sturm - und der gebürtige Heidelberger hat großen Anteil am souveränen Sieg. Bei Sinan Akdags frühem 1:0 (9.) bekommt Mauer zwar keinen Scorerpunkt gutgeschrieben, doch nur wegen seines guten Backcheckings findet der Puck über Kurtis Foster und Jochen Hecht überhaupt erst den Weg zu Akdag. Die Adler sind überlegen, sie treffen bei Fünf gegen Fünf genauso wie in Unterzahl (Marcus Kink/4:1/30.) und in Überzahl (Danny Richmond/6:1/57.). Die weiteren Tore zum halben Dutzend steuern Kai Hospelt (15.), Glen Metropolit (28.) und Mauer (50.) bei. Patrick Reimers Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 (16.) bleibt Ergebniskosmetik, weil Mannheim in Unterzahl eine Klasse für sich ist.

Tore: 1:0 Akdag (8:17), 2:0 Hospelt (14:00), 2:1 Reimer (15:00), 3:1 Metropolit (27:08), 4:1 Kink (29:12), 5:1 Mauer (49:54), 6:1 Richmond (56:43). - Schiedsrichter: Daniel Piechaczek und Willi Schimm. - Zuschauer: 13 600. - Strafminuten: Mannheim 24 - Nürnberg 16. - Stars des Spiels: 1. Star: Marcus Kink (Mannheim), 2. Star: Frank Mauer (Mannheim), 3. Star: Denis Reul (Mannheim).

4. Viertelfinale

Dienstag, 17. März, Nürnberg Ice Tigers - Adler 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)

Im zweiten Anlauf gelingt den Adlern das Break! Bis es so weit ist, müssen sie sich allerdings anrennenden Nürnbergern erwehren, die ihr bis dato bestes Viertelfinalspiel aufs Eis legen. Mit einem kurios verwandelten Penalty bringt Jochen Hecht die Blau-Weiß-Roten in Führung (24.). Nach dem Schuss macht der langjährige NHL-Profi schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Torgestänge. Denis Reul wird später zum Alptraum der Reimer-Brüder. Erst tanzt er Patrick aus, ehe er Jochen mit einem platzierten Schuss überwindet - 0:2 (29.). Dennis Endras entschärft auch die besten Nürnberger Chancen, er pariert 41 Schüsse. Christoph Ullmann sorgt mit dem dritten Adler-Tor für klare Verhältnisse (56.).

Tore: 0:1 Hecht (25:05/Penalty), 0:2 Reul (28:55), 0:3 Ullmann (55:54). - Schiedsrichter: Marcus Brill und Marian Rohatsch. - Zuschauer: 7014. - Strafminuten: Nürnberg 11 plus Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Yasin Ehliz - Mannheim 12. - Stars des Spiels: 1. Star: Dennis Endras (Mannheim), 2. Star: Denis Reul (Mannheim), 3. Star: Jochen Hecht (Mannheim).

5. Viertelfinale

Freitag, 20. März, Adler - Nürnberg Ice Tigers 4:3 n.V. (0:2, 3:1, 0:0, 1:0)

Mit dem 61. Schuss der Adler schickt Frank Mauer die Nürnberger in den Urlaub: Zum ersten Mal seit 2012 steht Mannheim wieder in einem Halbfinale! Aber Respekt an die Ice Tigers! Die Franken versuchen noch einmal alles, Trainer Martin Jiranek beordert Andreas Jenike für den keinesfalls enttäuschenden Jochen Reimer zwischen die Pfosten. Dieses Zeichen pusht die Nürnberger, die im ersten Drittel mit einem Doppelschlag innerhalb von 50 Sekunden mit 2:0 in Führung gehen: Nach Leo Pföderls 0:1 (15.) nutzt Yasin Ehliz die Unordnung in der Mannheimer Defensive zum 0:2 (16.). Die Adler zeigen aber tolle Moral. Der zunächst verschmähte Frank Mauer geht voran, schießt zwei Tore und bereitet eines vor. Kai Hospelt (26.) und Mauer (29.) gleichen zum 2:2 aus, doch die Ice Tigers geben sich noch nicht geschlagen. Marcus Weber bringt sie erneut nach vorn (31.), Christoph Ullmann besorgt das 3:3 (36.). Die Blau-Weiß-Roten drängen nun auf die Entscheidung schon in der regulären Spielzeit - ohne Erfolg. In der siebten Minute der Verlängerung schlägt Mauer eiskalt zu. Er wird von Jochen Hecht stark in Szene gesetzt und überwindet Jenike mit einem platzierten Schuss über die Fanghand. Kuriosum am Rande: Beide Teams vergeben in der regulären Spielzeit jeweils einen Penalty.

Tore: 0:1 Ehliz (14:40), 0:2 Pföderl (15:30), 1:2 Hospelt (25:57), 2:2 Mauer (28:27), 2:3 Weber (30:27), 3:3 Ullmann (35:38), 4:3 Mauer (66:39). - Schiedsrichter: Simon Aicher und Lars Brüggemann. - Zuschauer: 13 074. - Strafminuten: Mannheim 4 - Nürnberg 10. - Stars des Spiels: 1. Star: Frank Mauer (Mannheim), 2. Star Denis Reul (Mannheim), 3. Star: Niki Goc (Mannheim).

1. Halbfinale

Freitag, 27. März: Adler - Grizzly Adams Wolfsburg 5:4 n.V. (0:1, 2:3, 2:0, 1:0)

Was ist nur los mit den Adlern? Marco Rosa (19.), Christoph Höhenleitner (24.) und Norm Milley (27.) schießen die Niedersachsen zu einer 3:0-Führung, weil sich die Mannheimer in der Defensive anfällig zeigen. Nach Matthias Plachtas 1:3 (31.) stellt erneut Höhenleitner den Drei-Tore-Vorsprung wieder her (37.). Glen Metropolit läutet mit dem 2:4 (39.) die Aufholjagd ein. Geoff Ward setzt zu Beginn des Schlussdrittels ein Zeichen, er bringt Youri Ziffzer für Dennis Endras. Sinan Akdag und Frank Mauer schicken die Partie mit ihrem Doppelschlag binnen 19 Sekunden (51.) in die Verlängerung. Dort wird Jon Rheault zum gefeierten Helden des Ward-Teams: Nach exakt 74 Minuten gibt der US-Amerikaner einem Akdag-Schuss die entscheidende Richtungsänderung. Die Wolfsburger reklamieren auf Torraumabseits, doch die Schiedsrichter geben den Treffer nach dem Videobeweis - die Adler jubeln.

Tore: 0:1 Rosa (18:46), 0:2 Höhenleitner (23:53), 0:3 Milley (26:46), 1:3 Plachta (30:25), 1:4 Höhenleitner (36:07), 2:4 Metropolit (38:38), 3:4 Akdag (50:12), 4:4 Mauer (50:31), 5:4 Rheault (74:00). - Schiedsrichter: Stephan Bauer und Lars Brüggemann. - Zuschauer: 13 600. - Strafminuten: Mannheim 14 - Wolfsburg 20. - Stars des Spiels: 1. Star: Sinan Akdag (Mannheim), 2. Star: Jon Rheault (Mannheim), 3. Star: Christoph Höhenleitner (Wolfsburg).

2. Halbfinale

Sonntag, 29. März, Grizzly Adams Wolfsburg - Adler 3:5 (3:2, 0:1, 0:2)

Die Adler kommen besser aus der Kabine als im ersten Viertelfinale. In der dritten Minute schießt Kai Hospelt in Überzahl den vermeintlichen Führungstreffer, die Referees verweigern dem Tor aber die Anerkennung, weil Brandon Yip im Torraum stand. Eine zumindest diskussionswürdige Entscheidung, weil der Adler-Angreifer von einem Wolfsburger Verteidiger dorthin geschoben worden war. Aus Mannheimer Sicht geht es mit den Nackenschlägen weiter. Zwar entschärft Dennis Endras einen umstrittenen Penalty von Matt Dzieduszycki. Nach nicht einmal acht Minuten liegen die Grizzlies dennoch mit 3:0 vorn. Tyler Scofield staubt im Powerplay ab (6.), nachdem ein Unparteiischer einen Mannheimer Angriff unfreiwillig gestoppt hatte, schließt Sergej Stas den folgenden Konter zum 2:0 ab (8.) - und nur weitere 19 Sekunden später segelt Jeff Likens' Schuss unter die Latte. War der noch abgefälscht - eventuell per hohem Stock? Die TV-Bilder geben darüber keinen Aufschluss, es steht 3:0. Erneut finden die Adler einen Weg zurück in die Partie - auch weil das Powerplay auf Touren kommt: Andrew Joudrey (1:3/10.) und Matthias Plachta (3:3/40.) treffen bei Fünf gegen Drei, Frank Mauers siegbringendes 4:3 fällt bei einfacher Überzahl (58.). Mauer, das "Play-off-Monster", hatte zuvor schon auf 2:3 verkürzt (17.). Mit einem Schuss ins leere Tor macht Marcus Kink alles klar (59.). Die knapp 1000 mitgereisten Adler-Fans sorgen für Heimspiel-Atmosphäre: "Wer 3:0 führt, der stets verliert", singen sie zur Melodie von "When the Saints Go Marching In".

Tore: 1:0 Scofield (5:01), 2:0 Stas (7:06), 3:0 Likens (7:35), 3:1 Joudrey (29:58), 3:2 Mauer (36:07), 3:3 Plachta (39:47), 3:4 Mauer (57:00), 3:5 Kink (58:51). - Schiedsrichter: Daniel Piechaczek und Gordon Schukies. - Zuschauer: 4247. Strafminuten: Wolfsburg 20 - Mannheim 16. - Stars des Spiels: 1. Star: Frank Mauer (Mannheim), 2. Star: Felix Brückmann (Wolfsburg), 3. Star: Sinan Akdag (Mannheim).

3. Halbfinale

Dienstag, 31. März, Adler - Grizzly Adams Wolfsburg 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Diesmal brauchen die Adler keine Aufholjagd, sie fahren einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Bereits während des Spiels wird Pavel Gross emotional. Der Wolfsburger Trainer sieht Jon Rheault bei Andrew Joudreys 1:0 (10.) im Torraum. Er fordert die Schiedsrichter auf, den Videobeweis zurate zu ziehen, doch Marian Rohatsch und Gordon Schukies lassen sich nicht darauf ein. Nachdem die Adler viele Hochkaräter liegengelassen haben, sorgt Mirko Höfflin mit dem 2:0 für die Vorentscheidung. Jochen Hecht erhöht im Powerplay auf 3:0 (41.), Denis Reul trifft ins leere Tor zum Endstand (60.). Vorbei ist die Partie aber noch lange nicht. 13 Sekunden vor dem Ende liefern sich Brandon Yip und Sergej Stas einen fairen Faustkampf. Daraufhin entwickelt sich ein heftiges Wortgefecht zwischen Gross und Adler-Manager Teal Fowler. Vor allem der Wolfsburger spuckt Gift und Galle, der Ordnungsdienst muss aufziehen. Bei der Pressekonferenz - 30 Minuten nach der Schlusssirene - hat sich Gross immer noch nicht im Griff. Man solle den "ehemaligen f... Oberligisten" fragen, wieso es zu den verbalen Attacken gekommen sei. Damit zielt er Richtung Fowler, der im Unterhaus seine Deutschland-Karriere begonnen hatte, ehe er für die Iserlohn Roosters eine Saison in der DEL spielte. Obwohl die Pressekonferenz über den Youtube-Kanal der Adler für jeden nachzuhören ist, sieht die DEL von einer Bestrafung des Wolfsburger Coachs ab.

Tore: 1:0 Joudrey (9:55), 2:0 Höfflin (31:23), 3:0 Hecht (40:41), 4:0 Reul (59:12). - Schiedsrichter: Marian Rohatsch und Gordon Schukies. - Zuschauer: 13 600. - Strafminuten: Mannheim 18 plus 10 Disziplinar gegen Brandon Yip - Wolfsburg 18 plus 10 Disziplinar gegen Sergej Stas. - Stars des Spiels: 1. Star: Brandon Yip (Mannheim), 2. Star: Dennis Endras (Mannheim), 3. Star: Mirko Höfflin (Mannheim).

4. Halbfinale

Donnerstag, 2. April Grizzly Adams - Adler 3:5 (0:0, 3:0, 0:5)

Der Wahnsinn trägt einen Namen:

Adler Mannheim! Zum dritten Mal (!) liegen sie in der Halbfinal-Serie mit 0:3 hinten, erneut gelingt ihnen die Wende. "Es ist unfassbar", jubelt Gesellschafter Daniel Hopp. "So etwas hat es wohl noch nie gegeben!" Dabei machen es sich die Blau-Weiß-Roten unnötig schwer. Kaum Zug zum Tor, wenig Körperspiel - das ist nicht das Hockey der Adler! Die Strafe folgt im zweiten Drittel, als die Grizzlies für ihre drei Tore nicht einmal acht Minuten brauchen. In der Pause richtet Coach Ward einige Worte an die Mannschaft, dann übernehmen die Spieler die Kommunikation - und reißen das Ruder herum. Matthias Plachtas 1:3 in doppelter Überzahl (45.) ist das Signal zur furiosen Aufholjagd, die ausgerechnet ein Ex-Wolfsburger krönt: Kai Hospelt trifft 32 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 4:3 für Mannheim, Andrew Joudrey legt ein "Empty-Net-Tor" nach. Fünf Treffer im letzten Drittel: der Wahnsinn von Wolfsburg!

Tore: 1:0 Dzieduszycki (30:32), 2:0 Milley (32:24), 3:0 Furchner (38:13), 3:1 Plachta (44:48), 3:2 Hecht (48:24), 3:3 Foster (53:42), 3:4 Hospelt (59:28), 3:5 Joudrey (59:44). - Schiedsrichter: Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. - Zuschauer: 3922. - Strafminuten: Wolfsburg 16 - Mannheim 18. - Stars des Spiels: 1. Star: Kai Hospelt (Mannheim), 2. Star: Felix Brückmann (Wolfsburg), 3. Star: Kurtis Foster (Mannheim).

1. Finale

Freitag, 10. April: Adler - Ingolstadt 2:1 n.V. (0:0, 1:1, 0:0, 1:0)

Andrew Joudrey gewinnt das Bully, Ronny Arendt befördert die Scheibe mit der Rückhand Richtung Tor, Goalie Timo Pielmeier greift daneben: Mit einem Treffer in der fünften Minute der Verlängerung sichern sich die Adler das erste Finale. "Das war eine Rückhand-Wurstsemmel", hadert der Ingolstädter Schlussmann, Arendt meint breit grinsend: "Wenn er eine Rückhand-Wurstsemmel nicht halten kann, ist das nicht mein Problem." Zwar bestimmt Mannheim das erste Drittel, ab dem zweiten Abschnitt kommt jedoch der Titelverteidiger besser ins Spiel. Wichtig ist für die Blau-Weiß-Roten, dass sie durch Christoph Ullmann nur 18 Sekunden nach dem Rückstand zurückschlagen.

Tore: 0:1 Taticek (28:00), 1:1 Ullmann (28:18), 2:1 Arendt (64:46). - Schiedsrichter: Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. - Zuschauer: 13 600. - Strafminuten: Mannheim 8 - Ingolstadt 14. - Stars des Spiels: 1. Star: Ronny Arendt (Mannheim), 2. Star: Timo Pielmeier (Ingolstadt), 3. Star: Jochen Hecht (Mannheim).

2. Finale

Sonntag, 12. April: ERC Ingolstadt - Adler 5:2 (0:0, 1:0, 4:2)

Nach dem glücklichen Sieg in Spiel eins müsste das Momentum aufseiten der Mannheimer liegen - tut es aber nicht. Im ersten Drittel dominieren die Panther die Adler, die nur mit einem starken Dennis Endras und einer ordentlichen Portion Glück nicht in Rückstand geraten. Erst nach dem 0:1 und später nach Ronny Arendts Anschlusstreffer zum 1:2 entfachen die Adler den gewohnten Druck - zu spät. "Die waren bereit, wir nicht", ärgert sich Stürmer Andrew Joudrey hinterher.

Tore: 1:0 Buck (20:25), 2:0 Buck (45:35), 2:1 Arendt (46:34), 3:1 Ross (48:29), 4:1 Hahn (50:55), 4:2 Raymond (54:44), 5:2 Taticek (59:40). - Schiedsrichter: Daniel Piechaczek und Gordon Schukies. - Zuschauer: 4815. - Strafminuten: Ingolstadt 18 - Mannheim 20. - Stars des Spiels: 1. Star: Brandon Buck (Ingolstadt), 2. Star: Petr Taticek (Ingolstadt), 3. Star: Alexandre Picard (Ingolstadt).

3. Finale

Dienstag, 14. April: Adler - ERC Ingolstadt 1:6 (1:1, 0:4, 0:1)

Ein Spiel zum Vergessen aus Mannheimer Sicht, was ist bloß mit den Adlern los? In einem Finale darf man sich so nicht präsentieren! Nur in der Anfangsphase, als Kai Hospelt zum 1:1 ausgleicht (6.), sind die Blau-Weiß-Roten auf Augenhöhe. Ansonsten dominieren die Ingolstädter in allen Bereichen. Es hat den Anschein, als habe ERC-Trainer Larry Huras das entscheidende Mittel gefunden, um den Mannheimer Spielaufbau zu stoppen. Auch nach der Partie geben die Adler-Profis kein gutes Bild ab. Auf alle Journalisten-Fragen antworten sie: "Kein Kommentar."

Tore: 0:1 Periard (3:30), 1:1 Hospelt (5:18), 1:2 Brooks (21:21), 1:3 Brocklehurst (25:09), 1:4 Ross (38:14), 1:5 Laliberte (38:47), 1:6 Buck (43:44). - Schiedsrichter: Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. - Strafminuten: Mannheim 28 plus je 10 Disziplinar gegen Foster und Richmond - Ingolstadt 20 plus je 10 Disziplinar gegen Boucher und Szwez. - Stars des Spiels: 1. Star: Brandon Buck (Ingolstadt), 2. Star: Michel Periard (Ingolstadt), 3. Star: Timo Pielmeier (Ingolstadt).

4. Finale

Freitag, 17. April: ERC Ingolstadt - Adler 2:6 (1:2, 1:2, 0:2)

Die Statistiker wussten es genau: Die Adler mussten dieses vierte Finale unbedingt gewinnen, um im Titelrennen zu bleiben. Bei einer Niederlage würden die Chancen auf genau 3,125 Prozent sinken. Doch die Blau-Weiß-Roten melden sich zurück. War die Euphorie nach der 1:6-Demütigung drei Tage zuvor noch verflogen, kehrt sie wieder nach Mannheim zurück. "Wir haben zum ersten Mal gezeigt, was wir spielen können", sagt Martin Buchwieser, den Trainer Geoff Ward für den angeschlagenen Glen Metropolit aufstellt. Bereits in der vierten Minute bringt der Rückkehrer die Adler mit 1:0 in Führung. Da erstmals Dennis Endras das Torhüterduell gegen Timo Pielmeier gewinnt, beginnt die Finalserie wieder bei Null - sehr zur Freude der knapp 6500 Adler-Fans, die sich die Partie beim Public Viewing in der SAP Arena anschauen.

Tore: 0:1 Buchwieser (3:37), 1:1 Picard (6:16), 1:2 Foster (9:17), 1:3 Raymond (24:34), 2:3 Periard (27:12), 2:4 Ullmann (37:08), 2:5 Mauer (44:59), 2:6 Goc (58:23). - Schiedsrichter: Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. - Strafminuten: Ingolstadt 6 - Mannheim 10. - Stars des Spiels: 1. Star: Frank Mauer (Mannheim), 2. Star: Martin Buchwieser (Mannheim), 3. Star: Dennis Endras (Mannheim).

5. Finale

Sonntag, 19. April: Adler - ERC Ingolstadt 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)

Den Adlern fehlt nur noch ein Sieg zur Meisterschaft! Dank einer starken Leistung von Torhüter Dennis Endras, dem ersten Mannheimer Powerplay-Tor in dieser Serie und einer famos überstandenen 3:5-Unterzahlsituation gewinnen die Blau-Weiß-Roten das spannende fünfte Finale vor 13 600 Zuschauern in der ausverkauften SAP Arena mit 3:1. Jubel gibt es schon vor der Partie, als bekannt wird, dass Frank Mauer auflaufen kann. Der Stürmer hatte sich in Spiel vier am Knie verletzt, ein Einsatz schien in weiter Ferne. Der 27-Jährige beißt auf die Zähne, spielentscheidend sind diesmal aber andere: Endras zeigt seine ganze Klasse, Andrew Joudrey wirft sich in doppelter Unterzahl wagemutig in die Ingolstädter Schüsse, Jamie Tardif beendet die Flaute im Powerplay.

Tore: 1:0 Rheault (13:07), 2:0 Joudrey (17:19), 2:1 MacMurchy (21:06), 3:1 Tardif (47:30). - Schiedsrichter: Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. - Strafminuten: Mannheim 12 - Ingolstadt 12. - Stars des Spiels: 1. Star: Dennis Endras (Mannheim), 2. Star: Bobby Raymond (Mannheim), 3. Star: Christoph Gawlik (Ingolstadt).

6. Finale

Mittwoch, 22. April: ERC Ingolstadt - Adler 1:3 (0:0, 1:1, 0:2)

Den Adlern ist anzumerken, dass sie es nicht auf ein siebtes Finalspiel ankommen lassen wollen. Sie machen Druck, oft agieren sie aber zu kompliziert, statt den direkten Weg zum Tor zu suchen. Die Strafe folgt auf dem Fuß, als Christoph Gawlik in der 29. Minute seinen eigenen Nachschuss zum 1:0 im Netz versenkt. Ein Powerplay verhilft Mannheim zum Ausgleich. Kai Hospelt gewinnt das Bully, Jochen Hecht leitet gedankenschnell zu Kurtis Foster weiter, der Timo Pielmeier keine Chance lässt - 1:1 (32.). Die Partie könnte spannender kaum sein, Steve Wagner bringt die Scheibe vors Tor, wo Andrew Joudrey, der Mann mit dem Meister-Gen, den Schläger reinhält - 1:2 (44.). Die Blau-Weiß-Roten lassen lange Zeit nichts anbrennen, erst in der Schlussminute, als Ingolstadts Trainer Larry Huras Torhüter Pielmeier zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nimmt, bietet sich Thomas Greilinger die Chance zum 2:2 - doch Dennis Endras, der Teufelskerl, ist mit seiner Fanghand zur Stelle. Im Gegenzug macht Jon Rheault alles klar. Sieg! Meisterschaft! Im goldenen Konfettiregen streckt Kapitän Marcus Kink den Silberpokal in die Höhe, der Partymarathon beginnt.

Tore: 1:0 Gawlik (28:02), 1:1 Foster (31:40), 1:2 Joudrey (43:51), 1:3 Rheault (59:36). - Schiedsrichter: Lars Brüggemann und Daniel Piechaczek. - Strafminuten: Ingolstadt 6 - Mannheim 8. - Stars des Spiels: 1. Star: Dennis Endras (Mannheim), 2. Star: Andrew Joudrey (Mannheim), 3. Star: Jochen Hecht (Mannheim).