Adler Mannheim

Adler Mannheim Verteidiger-Pärchen knackt Parade-Reihen

Reul und Goc verstehen sich blind

Archivartikel

Mannheim.Sie brachten die gegnerischen Top-Stürmer regelmäßig zur Verzweiflung. Niki Goc und Denis Reul bildeten bis zur Finalrunde eine schier unüberwindliche Mauer, die Paradereihen von Nürnberg, Wolfsburg und Ingolstadt bissen sich am Verteidiger-Duo die Zähne aus.

Als es bei den Blau-Weiß-Roten gegen Ingolstadt in den ersten drei Duellen so überhaupt nicht klappen wollte, stellte Cheftrainer Geoff Ward alle Reihen um, nicht nur im Sturm, sondern auch in der Abwehr - Reul und Goc bekamen zumindest phasenweise neue Partner. Das sei für die beiden kein Problem. "Das Zusammenspiel mit den anderen Kollegen ging sehr schnell. Vor allem, wenn Du mit Deinem Nebenmann redest", erklärt Goc: "Wenn er in die Ecke fährt, bin ich seine Absicherung. Das muss er wissen."

Reul kann da nur beipflichten und ergänzt: "Über die gesamte Saison gesehen hat schon jeder mit jedem gespielt. Insofern haben wir keine großen Anpassungsphasen gebraucht." Goc pflichtet bei: "Es zeichnet unsere Mannschaft in dieser Saison aus, dass wir uns wirklich super verstehen. Wir sind eine tolle Truppe."

Zumal die "Wand" auch nicht komplett auseinandergerissen wurde, bei Strafen setzte Ward auf die eingespielten Abläufe der beiden. Denn beim schweigsamen Reul, da muss Goc nicht viele Worte machen. Besonders wenn es um das Tore-Verhindern in doppelter Unterzahl ging.

"Wir haben in den vergangenen Jahren oft zusammengespielt und können uns blind vertrauen", schildert der gebürtige Calwer. Vielleicht ein Teil des Erfolgsgeheimnisses: "Wir verstehen uns auch privat richtig gut", sagen beide Abwehr-Spezialisten unabhängig voneinander. Echte Partner eben. Kein Wunder, "wir sind beide seit fünf Jahren zusammen im Verein, spielen davon drei Jahre als Pärchen und oft auch in der Nationalmannschaft zusammen", rechnet Reul vor.

"Da kann nichts anbrennen"

"Niki macht es jedem Kollegen einfach, mit ihm an der Seite auf dem Eis zu stehen, weil man weiß, dass nichts anbrennen kann", beschreibt der 1,93-Meter-Hüne den 28-Jährigen. Dass sich vor allem Reul immer wieder erfolgreich in die Offensive einmischt und sich dabei von niemandem aufhalten lässt, ist für Goc selbstverständlich. "Eigentlich sind wir zwei defensivstarke Verteidiger. Aber im System von Geoff Ward sollen wir uns auch in den Angriff einschalten, wenn sich eine Chance bietet. Wenn Denis dann marschiert, ist klar, dass ich absichere und auch ein Stürmer weiter nach hinten rückt."

Überraschend kommen die Offensiv-Qualitäten des 25-Jährigen für seinen Kollegen nicht. "Denis hat im Sommer hart an seiner Beweglichkeit gearbeitet. In der Vergangenheit musste er immer wieder Rückschläge durch Verletzungen verkraften. Davon ist er in dieser Saison weitestgehend verschont geblieben." Reul selbst spricht nicht so gerne über sich und seine Entwicklung und bewerten will er seine Leistungen im Angriff schon gar nicht. "Meine Hauptaufgabe ist die Defensivarbeit. Wichtig ist vor allem, dass wir eine gute Balance finden, damit die Absicherung nach hinten klappt. Alles, was von mir nach vorne kommt, ist von den Trainern erwünscht", formuliert es der gebürtige Oberfranke aus Marktredwitz.

"Denis hat viel Eiszeit bekommen, für das eigene Selbstvertrauen ist das sehr wichtig", erklärt Goc. Da die Verträge des Duos noch bis 2016 gelten, stehen die Chancen für die Gegner auch in der kommenden Saison schlecht, durch die "Wand" zu kommen.