Adler Mannheim

Adler Mannheim Im Kreis ihrer Familie tanken die Adler-Spieler Kraft für die Strapazen einer langen Saison

Starke Frauen hinter starken Männern

Archivartikel

Mannheim.Sie müssen die Launen ihrer Männer nach Niederlagen aushalten und Trost spenden. Sie freuen sich, wenn "ihre Jungs" den nächsten Sieg eingefahren haben: Niemand ist näher an den Adlern dran als die Spielerfrauen.

"Die Trainer haben von Anfang an gesagt, dass ihnen die Familien der Spieler und deren Bedürfnisse wichtig sind. Alles ist familiärer als in der vergangenen Saison", sagt Brittany Reul, die Ehefrau von "Eis-Titan" Denis Reul. "Unter den Jungs stimmt es einfach in diesem Jahr." Diese Atmosphäre überträgt sich auf das Team hinter dem Team.

Viele Aktivitäten des Klubs

Zu Saisonbeginn gab es einen Familienbrunch, der Nikolaus sorgte bei den Kindern für leuchtende Augen, die Weihnachtsfeier im Palazzo hätte stimmungsvoller kaum sein können, vor der K.o.-Runde lud der Klub zum Casino-Abend ein. "Das war der Hit, alle hatten eine Menge Spaß", betont Manager Teal Fowler.

Ehefrauen, Freundinnen und Kinder der Spieler profitierten davon, dass Coach Geoff Ward seinen Schützlingen viele Freiräume gab und häufiger als seine Vorgänger in den vergangenen Jahren mit freien Tagen belohnte. Vor dem Play-off-Start ging es beispielsweise nicht ins Trainingslager nach Garmisch-Partenkirchen, sondern der Hauptrundensieger bereitete sich in der Heimat auf die alles entscheidende Saisonphase vor. Auch in den Länderspielpausen im November und Februar wurde nicht volle Pulle durchtrainiert. Stattdessen schickte Ward die Spieler in einen Kurz-Urlaub - und bekam diesen Vertrauensvorschuss mit starken Leistungen nach den Unterbrechungen zurückgezahlt.

Wie Brittany Reul erzählt, haben es die Spielerfrauen nicht immer leicht mit ihren Pappenheimern. Vor allem an Spieltagen sind Geduld und Verständnis gefragt. "Routine ist Denis sehr wichtig. Er braucht seine Ruhe und den immer gleichen Ablauf", erzählt die 25-Jährige. An Tagen, an denen am Abend um Siege gekämpft wird, übernimmt sie das Gassigehen mit den Hunden. Denis steuert zum Mittagessen den Lieblingsitaliener an: Pasta bei Giovanni - das darf nicht fehlen!

Obwohl Denis Reul mit seinen 25 Jahren nicht zu den alten Haudegen zählt, hat der Nationalspieler schon zu viel erlebt, als dass er vor wichtigen Partien seine Umwelt verrückt machen würde. "Nein, nervös ist er nicht, vielleicht ein bisschen angespannt", sagt seine Ehefrau, die den Abwehr-Hünen kennen- und lieben lernte, als dieser von 2007 bis 2009 bei den Lewiston MAINEiacs in der Québec Major Junior Hockey League (QMHL) Checks verteilte und vor dem Tor aufräumte.

So, wie Denis auf dem Eis agiere - ruhig und abgeklärt, der Fels in der Brandung - sei er meist auch in den heimischen vier Wänden. "Er plant alles bis ins letzte Detail durch, er ist ein Perfektionist. Wenn er den Flur putzt, macht er das zu 100 Prozent - so sauber ist es nicht, wenn ich mit der Hausarbeit dran bin", verrät Brittany und lacht.

So sehr sie den Pucksport liebt, sehnt die 25-Jährige doch die eishockeyfreie Zeit herbei. Ob ihr Mann die WM in Tschechien spielt, wisse sie noch nicht, erst nach dem letzten DEL-Endspiel wollte Bundestrainer Pat Cortina auf die Finalteilnehmer zukommen. Fest steht aber, dass die Reuls Ende Mai etwas mehr Zeit für sich haben werden, wenn der Urlaub in Griechenland ansteht. Obwohl Denis in seiner Karriere bereits diverse Verletzungen - darunter einige Gehirnerschütterungen - auskurieren musste, hat Brittany keine Angst um ihren Göttergatten. "Denis ist doch groß und kann auf sich ganz gut aufpassen."