Alstom

Energie Offenbar Investor für Standort gefunden / Rund 400 Stellen sollen im Neuanlagen- und Servicegeschäft erhalten bleiben

Bei GE in Mannheim fallen weniger Jobs weg

Archivartikel

stuttgart.Der neuerliche Stellenabbau bei General Electric (GE) in Mannheim fällt weniger drastisch aus als befürchtet. Es gebe die Übereinkunft, dass noch etwa 400 Mitarbeiter am Standort verbleiben würden, teilten Betriebsrat und IG Metall der Belegschaft gestern bei einer Betriebsversammlung in Stuttgart mit. Sie sollten sich künftig um das Service- und Neuanlagengeschäft im Kraftwerksbereich kümmern. Mit den 400 erhaltenen Jobs liege man deutlich über der von der Geschäftsführung zunächst anvisierten Zahl von weniger als 200 Beschäftigten, die noch in Mannheim verbleiben sollten, hieß es.

Die Gespräche um die Zukunft des Standortes seien aber noch nicht abgeschlossen, betonte die Konzernbetriebsratsvorsitzende Elisabeth Möller gestern Abend. Streitpunkte seien die Höhe der Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter und Garantien für die Verbleibenden. „Hier liegen wir weit auseinander“, sagte Klaus Stein, Chef der IG Metall Mannheim. „Mitarbeiter sollen aber schnellstmöglich Sicherheit und Klarheit erhalten.“

Jahrelange Diskussionen

Derzeit sind bei GE in Mannheim noch rund 650 Mitarbeiter beschäftigt. Wegen der anhaltenden Krise im Kraftwerksgeschäft hatten die Amerikaner Ende vergangenen Jahres einen weiteren Stellenabbau angekündigt, über den seither heftig diskutiert wird.

Vom Tisch sind dabei mittlerweile offenbar auch Gedankenspiele von GE, mit den verbleibenden Mitarbeitern an einen anderen Standort innerhalb Mannheims oder im Umkreis zu ziehen. Stattdessen dürfte GE mit seinen verbleibenden Mitarbeiter bald Mieter in dem derzeit noch zum Konzern gehörenden Werk sein. Nach Informationen dieser Zeitung hat das Unternehmen nach langer Suche einen Investor für den Standort gefunden. Danach verhandelt GE exklusiv nur noch mit einem Interessenten, der Ende Oktober den Gremien der Stadt Mannheim präsentiert werden soll.

Um wen es sich handelt, wollte gestern kein Beteiligter sagen. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte lediglich, dass GE Ende Oktober „die Ergebnisse der Investorensuche“ vorstellen wolle. „Dazu sind vertrauliche Gespräche anberaumt“, sagte sie. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass ein strategischer Investor zum Zuge kommt, der den Standort weiterentwickeln will. „Uns ist wichtig, dass sich an der Ausrichtung des Geländes nichts ändert und eine höchstmögliche Anzahl an Produktionsarbeitsplätzen geschaffen wird“, sagte Stein.

GE hatte das Werk in Mannheim im Jahr 2015 von dem französischen Alstom-Konzern übernommen. Seither schrumpft der Standort immer weiter. Erst im vergangenen Jahr wurden mehr als 1000 Jobs gestrichen. Dadurch ist das rund 172 000 Quadratmeter große Werksgelände mit seinen riesigen Produktionshallen, in dem Turbinen für Kraftwerke gebaut wurden, völlig überdimensioniert.

Zum Thema