Arbeit und Karriere

Gesetz soll ungleiche Bezahlung offenlegen

Der seit vergangener Woche gültige Auskunftsanspruch im sogenannten Entgelttransparenzgesetz soll Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen und Männern aufdecken und damit auch ein Stück weit die Benachteiligung von Frauen in der deutschen Arbeitswelt vermindern.

Der Arbeitgeber muss Frauen mitteilen, was Männer verdienen, die einen ähnlichen Job machen wie sie – und Männern umgekehrt den Lohn von Frauen. Niemand erfährt mit dem neuen Gesetz, was ein bestimmter Kollege verdient. Stattdessen muss der Arbeitgeber den Median, also einen Mittelwert, der Bruttogehälter angeben, die alle Kollegen des jeweils anderen Geschlechts bekommen, die eine vergleichbare Tätigkeit ausüben wie der Antragsteller. Außerdem muss er erklären, nach welchen Kriterien die Gehälter festgelegt sind. Allerdings muss der Betrieb insgesamt mehr als 200 Angestellte haben. Und es muss mindestens sechs Kollegen des jeweils anderen Geschlechts geben, die einen ähnlichen Job haben wie der Antragsteller. Anlaufstelle für Arbeitnehmer ist der Betriebsrat.

In England hat eine führende Journalistin der BBC im Streit um ungleiche Bezahlung im Vergleich zu männlichen Kollegen ihren Posten aufgegeben. Männer in der gleichen Position bekämen mindestens 50 Prozent mehr Gehalt als Frauen, kritisierte Carrie Gracie, bisherige BBC-Bürochefin in China. Vergangenen Sommer hatte die britische Rundfunkanstalt erstmals die Gehälter ihrer Top-Moderatoren veröffentlicht.

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