Arbeit und Karriere

Karriere Experten geben Tipps für Qualitätskriterien bei Online-Kursen und Karrierecoaches / Auf Siegel, Zertifikate und Verbandszugehörigkeit achten

Gute Angebote, erfolgreiche Weiterbildung

Archivartikel

Köln.Wer sich weiterbilden möchte, hat eine Vielfalt von Optionen: Reicht ein Online-Kurs oder soll es gleich ein Fernstudium sein? Brauche ich einen Ansprechpartner oder sogar einen persönlichen Coach? Am Bildungsmarkt gibt es zahlreiche Angebote. Aber welche sind gut und woran lässt sich das erkennen?

Beginnen kann die Suche bei Verzeichnissen und Vergleichsportalen im Internet. Sowohl die Agentur für Arbeit als auch private Portale listen Weiterbildungsoptionen und Informationen auf ihren Webseiten.

Wissen, was man will

Bewertungen anderer Absolventen können Aufschluss über den Inhalt und die Erfüllung der Erwartungshaltung geben. Eindeutig wird die Einschätzung deswegen allerdings nicht. „Es ist schwer zu sagen, ob ein Kurs gut oder schlecht ist, denn das hängt ganz von den eigenen Anforderungen ab“, erklärt Fabio Astuni vom Portal Fernstudiumcheck.

Zu Anfang muss also Klarheit geschaffen werden: „Wie sieht meine derzeitige Lage aus? Wie flexibel bin ich? Was möchte ich und was brauche ich in meiner Situation?“ Mit den eigenen Qualitätskriterien ließe sich die Suche dann besser bewältigen.

Es gebe jedoch auch institutionelle Zertifizierungen von Weiterbildungen, an denen man sich orientieren könne. Manche Lehrgänge seien etwa vom Tüv zertifiziert. Hauptsächlich ist jedoch die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht, die ZFU, für die Zulassung von Fernlehrgängen verantwortlich. Neben Prüfsiegeln gibt die ZFU auch Informationen für Interessierte heraus.

Die ZFU weist darin etwa darauf hin, dass in Deutschland jeder Fernlehrgang zugelassen werden muss –außer wenn es sich um sogenannte „Hobby-Lehrgänge“ handelt, bei denen Unterhaltung und Freizeitgestaltung im Vordergrund stehen. Im Falle einer Zulassung kann man davon ausgehen, dass ein Lehrgang fachwissenschaftlich aktuelle Inhalte bietet, die dem Berufsbildungsgesetz entsprechen und mit pädagogischer Betreuung und Praxisbezug vermittelt werden.

Beim ZFU können Interessierte Infomaterial über jeden zugelassenen Fernlehrgang bekommen. Das Siegel selbst jedoch ist ausdrücklich keine staatliche Anerkennung eines Berufsabschlusses, sondern dient lediglich dem Verbraucherschutz. Es garantiert also erstmal nur ein Mindestmaß an Qualität.

Neben den ZFU-zertifizierten und oftmals sehr teuren und umfangreichen Fernlehrgängen gibt es eine Fülle von Online-Kursen, die entweder aus dem internationalen Raum kommen oder einfach eine speziellere Fähigkeit betreffen. Auch diese nicht-staatlich zertifizierten Kurse können in Frage kommen und sind oft günstiger. Astuni empfiehlt hier, darauf zu achten, dass Kurse mindestens einen Monat laufen und mit einem Zertifikat oder – besser noch – einem Bachelor oder anderem Abschluss enden. Schlechte Kurse kann man vermeiden, indem man immer mehrere Portale in Betracht zieht und auf die Qualität der Webseiten achtet.

Wer mit einem persönlichen Coach arbeiten möchte, steht ebenfalls vor einer großen Bandbreite verschiedener Konzepte und Experten. Auch hier gibt es Datenbanken, mit denen die Suche beginnen kann. Auf die Frage, was einen guten Coach ausmacht, verweist Dawid Barczynski vom Coaching Report neben der fachlichen Qualifikation auf die formalen Qualifikationen.

Weil der Begriff „Coach“ nicht geschützt ist, finden sich käufliche Coaching-Zertifikate auf dem Markt, die oft nicht viel über Qualifikation und Kompetenz aussagen. Um Scharlatanen in der Coaching-Welt aus dem Weg zu gehen, empfiehlt Barczynski, auf eine Mitgliedschaft in einem Verband oder eine vorhandene Ausbildung zu achten. Gute Coaches würden außerdem ein kostenfreies und unverbindliches Vorgespräch führen. tmn