Arbeit und Karriere

Mehr Mut für Neues!

Archivartikel

Ein Chef, der sein Team nach fünf Stunden nach Hause schickt. Oder eine Belegschaft, die über Gehälter diskutiert und abstimmt: Beispiele aus der Start-up-Szene mögen radikal klingen. Aber wer morgen noch zukunftsfähig sein will, muss Arbeit neu denken. Vorreiter zeigen, was dabei möglich ist.

Um qualifizierte Mitarbeiter an Unternehmen zu binden, braucht es Offenheit und Kreativität: Flexibles Arbeiten ermöglicht jungen Eltern oder pflegenden Angehörigen Teilhabe am Arbeitsmarkt. Viele junge Leute suchen sinnstiftende Arbeit – sie haben keine Lust, im Hamsterrad dem Burn-out entgegen zu hetzen. Das hat mit Faulheit nichts zu tun, sondern mit veränderten Lebensweisen und Rollenbildern: etwa damit, dass viele Frauen auch viel arbeiten – und viele Männer auch für ihre Kinder da sein wollen. „Flache Hierarchien“ – das ist kein Modebegriff: Fachkräfte von heute und morgen können mit autoritären Chefs von gestern nichts mehr anfangen.

Weiterbildung dringend nötig

Viele Betriebe nutzen die Vorteile der Digitalisierung viel zu wenig, passen ihre Arbeitsweisen dem rasanten Fortschritt nur schleppend an. Im Bericht „Wirtschaft Digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums geben 36 Prozent der Unternehmen an, dass es um die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter „nicht gut bestellt“ sei und dies dem Fortschritt im Weg stehe. Das ist katastrophal, Weiterbildung überfällig.

Es gibt kein Patentrezept für „Neues Arbeiten“, dafür funktionieren Betriebe zu unterschiedlich. Doch wer sagt, „New Work“ sei nur etwas für hippe Start-ups, der irrt gewaltig. Mittelständler sollten ihrer Belegschaft bei dem Thema genauso zuhören – auch jungen Mitarbeitern, die zwar wenig Erfahrung, aber viel digitale Expertise mitbringen. Damit das Team gute Ideen entwickelt, braucht es Auszeiten im Alltag. Wer dafür Raum bietet, der investiert klug in seine Zukunft.